Startseite
Icon Pfeil nach unten
Geld & Leben
Icon Pfeil nach unten

Grillen: Grillen auf dem Balkon: Was ist erlaubt?

Grillen

Grillen auf dem Balkon: Was ist erlaubt?

    • |
    Grillen auf dem Balkon: Obwohl es hierzu keine klaren Verbote gibt, ist dennoch viel zu beachten.
    Grillen auf dem Balkon: Obwohl es hierzu keine klaren Verbote gibt, ist dennoch viel zu beachten. Foto: Roland Weihrauch, dpa

    Grillen gehört zu den beliebtesten Freizeitbeschäftigungen der Deutschen. Ob auf der Wiese, am See oder auf dem Balkon – die meisten würden wahrscheinlich am liebsten überall grillen. Das ist jedoch nicht immer erlaubt und an bestimmten Stellen sogar verboten. 

    Wie sieht es mit dem heimischen Balkon aus? Darf immer gegrillt werden? Gerade in Mehrfamilienhäusern gibt es von Mietrecht über Ruhezeiten bis zu Beschwerden von Nachbarn viel zu beachten. Mehr dazu lesen Sie hier im Artikel.

    Mietrecht: Ist Grillen auf dem Balkon erlaubt?

    Grillen auf dem Balkon ist Ihnen als Mieter oder Mieterin grundsätzlich erlaubt und muss auch von Ihren Nachbarn und Nachbarinnen akzeptiert werden. Allerdings muss auch hier die Nachtruhe von 22.00 Uhr bis 06.00 Uhr eingehalten werden. Zusätzlich gilt beim sommerlichen Grillen das Gebot der gegenseitigen Rücksichtnahme. 

    Eingrenzungen des erlaubten Grillens bilden die Hausordnungen und mögliche Ruhezeiten. Verstoßen Mieter und Mieterinnen gegen die Ruhezeiten, kann ihr Vermieter oder ihre Vermieterin eine Abmahnung wegen Lärmbelästigung aussprechen. 

    Wann ist Grillen auf dem Balkon verboten?

    Der Deutsche Mieterbund sieht für das erlaubte Grillen auf dem Balkon nur zwei Ausnahmen. Erstens: Das Grillen ist durch den Mietvertrag verboten. Missachten Sie das Grillverbot, riskieren Sie eine Abmahnung oder eine Kündigung. Zweitens darf auch dann nicht gegrillt werden, wenn Rauch in Nachbarwohnungen zieht. Penetranter Ruß oder Rauch kann mit einer Geldbuße geahndet werden, weil dies eine Ordnungswidrigkeit darstellt. 

    Gerichtsverhandlungen und -urteile bleiben bisher jedoch trotzdem Einzelfälle. Auch die Höhe der Strafen und Bußgelder kann variieren, denn diese sind bundesweit nicht verbindlich geregelt. Als rechtliche Grundlage gilt häufig das jeweilige Landesimmissionsschutzgesetz, denn Grillrauch ist auch umwelt- und gesundheitsschädigend. 

    Grillen auf dem Balkon im Mehrfamilienhaus

    Gerade in Mehrfamilienhäusern kann das unerlaubte Grillen auf dem Balkon unerwünschte Folgen haben. 2001 wurde nach einem Gerichtsurteil des Landesgerichts Essen einem Mieter gekündigt, da er entgegen der Hausordnung mehrfach unerlaubt auf seinem Balkon gegrillt hatte. Wichtig ist neben der Einhaltung der Ruhezeiten und der individuellen Regelungen der Hausordnungen außerdem die Sicherheit der Mitbewohner. Mieter und Mieterinnen, die in ihrer Mietwohnung im Mehrfamilienhaus grillen möchten, müssen auf die Freiheit und die Gesundheit der anderen Mieter und Mieterinnen achten.

    Eigentumswohnung: Auch hier ist Grillen auf dem Balkon reguliert

    Das Grillen auf dem Balkon kann auch bei Eigentumswohnungen in der Hausordnung verboten oder reguliert sein. Als Vermieter oder Vermieterin haben Sie zudem die Möglichkeit, ihren Mietern eine Abmahnung wegen Lärmbelästigung auszusprechen oder das Grillen auf dem Balkon bereits im Mietvertrag zu verbieten.  

    Grillen auf dem Balkon: Grillen und Nachbarn

    Damit das Grillen auf dem Balkon zum Vergnügen wird, empfiehlt es sich, die Nachbarn und Nachbarinnen bereits vor dem Grillabend darüber zu informieren. Gegen Beschwerden über Grillrauch kann ein Gas- oder Elektrogrill helfen, da diese nicht nach Kohle riechen. Häufig treffen die Beschwerden gegen die Balkon-Griller jedoch nicht wegen Grillgeruch und Rauch, sondern vielmehr aufgrund der Lärmbelästigung ein. Hier kann die örtliche Lärmschutzverordnung oder Hausordnung weiterhelfen.

    Das sollten Sie zum Brandschutz beim Grillen auf dem Balkon beachten

    Um den Grillabend sicher zu gestalten, sollte der Grill auf einem feuerfesten Untergrund und mit Abstand zu brennbaren Stoffen verwendet werden. Außerdem wird zu einer feuerfesten Unterlage geraten. Die Verantwortung trägt hier die Person, die den Grill in Betrieb nimmt und bedient. Besonders gefährlich sind Holzkohlegrills, da sie eine hohe Brandgefahr mit sich bringen.

    Außerdem weist der Deutsche Feuerwehrverband auf das absolute Verbot für offenes Feuer in Wäldern hin. Achten Sie beim Anzünden auf sichere Zündstoffe wie Grillanzünder oder Festbrennstoffe und verwenden Sie kein Benzin oder Spiritus.

    Holzkohlegrill und Aluschale als Brandherd

    Besonders für Balkone wird zunehmend von Holzkohlegrills abgeraten, da die Hitzeentwicklung eines Holzkohlegrills nicht leicht zu kontrollieren ist. Aufsteigende Flammen können außer Kontrolle geraten und den Balkon entflammen. 

    Auch Aluschalen und Alufolien zum Grillen sind leicht entflammbar. Achten Sie bei Metallfolien zum Grillen deshalb auf "nicht brennbar" Hinweise.

    Fliegende Funken können ebenso zur Gefahr werden. Nicht nur können Sie den Balkonboden, der häufig aus Holz ist, in Brand setzen, sondern auch Einrichtungsgegenstände innerhalb der Wohnung. Sie sollten deshalb darauf achten, dass Fenster und Türen während Ihres Grillabends geschlossen bleiben. 

    Grillen auf dem Balkon mit dem Gasgrill oder dem Holzkohlegrill?

    Wichtig beim Grillen auf dem Balkon ist aufgrund des Sicherheitsabstandes zu leicht entzündbaren Gegenständen die Größe des Grills. Aufgrund der Brandgefahr ist ein Elektro- oder Gasgrill am besten geeignet, generell ist aber auch ein kleiner Holzkohlegrill erlaubt. 

    Als Optionen bieten sich außerdem Grills für den Tisch, das Geländer oder mit freiem Stand. Wichtig ist, dass trotz der handlichen Größe nie in geschlossenen Räumen gegrillt werden darf.

    Diskutieren Sie mit
    0 Kommentare
    Dieser Artikel kann nicht mehr kommentiert werden