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83 geförderte Wohnungen entstehen im Alfred-Delp-Quartier in Donauwörth

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Baustart erfolgt: 83 geförderte Wohnungen für das Alfred-Delp-Quartier

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    83 Wohnungen sollen in dem Gebäude im Alfred-Delp-Quartier entstehen.
    83 Wohnungen sollen in dem Gebäude im Alfred-Delp-Quartier entstehen. Foto: Werbeagentur Pool 91

    Die Problematik ist riesig: 200.000 Sozialwohnungen müssten bis 2030 in Bayern gebaut werden, um den Bedarf zu decken. Im Landkreis Donau-Ries sind es nach Zahlen des Instituts Pestel aus dem vergangenen Jahr rund 700 - jährlich. Etwa ein Achtel davon macht allein das Projekt aus, dessen Spatenstich nun stattfand. „Hoch der Donau“ nennt es sich, entstehen sollen 83 bezahlbare Wohnungen im Alfred-Delp-Quartier in der Parkstadt. Eine Zahl macht besonders deutlich, warum dies nur durch staatliche Förderung möglich ist.

    Das 30 Millionen Euro schwere Projekt entsteht auf dem Areal der ehemaligen Kaserne. Von der ist nichs mehr zu sehen, stattdessen gibt es hier viel Brachland. Ein Gebiet, das die Stadt unter anderem für den Wohnungsbau nutzen will. Dabei spielt „Hoch der Donau“ eine wichtige Rolle. Das zeigte sich schon an der Gästeliste. Auf der stand nicht nur Schwabens Regierungspräsidentin Barbara Schretter, sondern auch Bayerns Bauminister Christian Bernreiter. Mit 20 Millionen Euro fördert dessen Ministerium das Projekt. Drei Viertel des Geldes fließen als Darlehen, der Rest als Zuschuss. „Die Fördermittel werden mir geradezu aus der Hand gerissen“, verdeutlichte Bernreiter, wie notwendig solche Gelder sind. Denn die Zeiten sind keine einfachen, die Zinsen sind längst nicht mehr so niedrig wie vor einigen Jahren, die Baukosten steigen.

    „Hoch der Donau“ im Donauwörther Alfred-Delp-Quartier mit Appartements für Behinderte

    Was das konkret bedeutet, lässt sich an einem einfachen Vergleich ablesen. Müsste die verantwortliche Augsburger Baufirma Deurer alles selbst zahlen, müsste sie einen Preis pro Quadratmeter Kaltmiete von 19 Euro verlangen. Stattdessen liegt er nun bei 12,10 Euro. Doch die zukünftigen Bewohner müssen nicht die vollen Kosten stemmen. Der Staat greift ihnen unter Arme, wodurch die Kaltmiete je nach Gehaltsklasse auf bis zu sechs Euro pro Quadratmeter sinken kann. Drei Gehaltsgruppen gibt es, für einen Einzug ist eine entsprechende Bescheinigung des Landratsamts notwendig.

    35 bis 90 Quadratmeter werden die Wohnungen groß sein, sie bestehen aus einem bis vier Zimmern. Alle Generationen sollen hier eine Heimat finden, so verdeutlichten es die Verantwortlichen beim Spatenstich immer wieder. So sind die Wohnungen barrierefrei. Dazu kommt ein zweistöckiges Gemeinschaftshaus mit eigenem Dachgarten. Dieser soll barrierefrei über einen Aufzug erreichbar sein. Außerdem entsteht ein Themenspielplatz. „Der Gedanke der Gemeinschaft ist uns sehr wichtig“, sagt Bauherr Markus Deurer. „Die Menschen sollen sich begegnen.“ Zum sozialen Gedanken trägt auch bei, dass in dem Komplex acht Appartements für Menschen mit Behinderung entstehen, die vom Dominikus-Ringeisen-Werk betreut werden. Dieses erhält ein Büro vor Ort. Dass die Menschen alle in einem Gebäude beheimatet sein sollen, geschieht auf Wunsch des Werks. „Sie haben gesagt, dass das ansonsten von der Betreuung her kaum machbar wäre.“ Nicht zuletzt aufgrund dieses Inklusionsgedankens bezeichnete Regierungspräsidentin Schretter den Bau als „Paradebeispiel für ein soziales Schwaben.“

    Der Spatenstich für das Projekt Hoch der Donau ist erfolgt.
    Der Spatenstich für das Projekt Hoch der Donau ist erfolgt. Foto: Bill Titze

    Energetisch hat sich Deurer für die höchsten Standards entschieden, das Gebäude wird nach KfW 40-Standard gebaut. Das heißt, dass dieses besonders klimafreundlich ist. Das ist zwar aufwendig, doch Deurer sieht einen langfristigen Nutzen. „Bevor wir das alles in zehn Jahren nachholen müssen, machen wir es lieber gleich.“ Unter anderem entsteht eine PV-Anlage mit Speicherbatterie, die die Bewohner mit Strom versorgen soll. Außerdem wird es Lademöglichkeiten für Elektroautos geben.

    Bayernheim-Bauprojekt entsteht ebenfalls im Alfred-Delp-Quartier

    2016 liefen die ersten Gespräche mit der Stadt zu dem Vorhaben, neun Jahre später konnte Oberbürgermeister Jürgen Sorré nun von einem „Meilenstein“ für die Stadt sprechen. „Bezahlbarer Wohnraum ist auch bei uns knapp. Es gibt Bevölkerungsgruppen in Donauwörth, die nicht jede Miete zahlen können.“ Die Warteliste an Wohnungsbewerbern sei sehr lang. Das Projekt sei ewas Besonderes, auch optisch. In der Tat wirkt der Entwurf nicht wie ein graues Sozialbauprojekt – viel Grün ist zu sehen.

    Sorré verwies außerdem auf ein weiteres Bauprojekt der Bayernheim, das in der Nachbarschaft gebaut werden soll. 104 barrierefreie Wohnungen für eine bis fünf Personen sind dabei vorgesehen, „So entstehen hier in den kommenden Jahren 200 Wohnungen.“ Die ersten Mieter sollen im Gebäude „Hoch der Donau“ im Dezember 2026 einziehen. Komplett fertig sein soll das Projekt im Sommer 2027.

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