Bei der anstehenden Bundestagswahl dürfen Minderjährige nicht wählen. 52.000 Jugendliche im Alter zwischen 14 und 17 Jahren stimmten jetzt in Bayern bei den U18-Wahlen ab. Dabei setzt sich ein bayernweiter Trend der Volljährigen fort, denn die CSU führt auch hier: 21,2 Prozent der Stimmen entfallen auf die Christsozialen.
Ginge es nach den 14- bis 17-Jährigen in Bayern, würden FDP, Freie Wähler, BSW und die Tierschutzpartei die Fünf-Prozent-Hürde nicht überwinden und damit nicht in den Bundestag einziehen. Insgesamt zeigt sich bei den jungen Menschen eine starke Polarisierung. Die U18-Wahl ist nicht repräsentativ, gibt aber einen Einblick in die politischen Interessen der jungen Menschen.
U18-Wahl zur Bundestagswahl 2025: Hohe Wahlbeteiligung
So haben die jungen Menschen in Bayern bei den U18-Wahlen entschieden:
- CSU: 21,20 Prozent
- AfD: 17,54 Prozent
- Die Linke: 16,79 Prozent
- SPD: 16,19 Prozent
- Bündnis90/Die Grünen: 10,09 Prozent
- FDP: 3,65 Prozent
- Freie Wähler: 3,46 Prozent
- BSW: 2,59 Prozent
- Tierschutzpartei: 3,26 Prozent
Organisiert wird die U18-Wahl seit 2009 vom Bayerischen Jugendring (BJR). Dessen Präsident Philipp Seitz unterstreicht die Bedeutung der U18-Wahlen für mehr politische Teilhabe junger Menschen: „Dass sich in Bayern 52.000 künftige Wähler:innen beteiligt haben, ist ein starkes Signal an die Politik. Der Erfolg bestätigt den Bayerischen Jugendring in seiner Forderung, das aktive Wahlalter bei allen Wahlen auf 14 Jahre abzusenken.“
Die Präsenz in sozialen Medien hat große Auswirkungen bei Unter-18-Jährigen
Laut Seitz zeigt die hohe Wahlbeteiligung, dass die junge Generation nicht politikverdrossen sei. Mit Blick auf die hohen Zustimmungswerte für die AfD fordert er eine stärkere politische Bildungsarbeit und Jugendarbeit. Zugleich stellt er sich gegen das Klischee einer nach rechts rückenden Jugend - was vor allem der große Wahlerfolg der Linken zeige.
Laut Seitz könnte zu diesem Erfolg auch die starke Präsenz der Partei in sozialen Medien und vor allem auf Tiktok beigetragen haben. Der BJR-Vorsitzende ist deshalb überzeugt, dass die Präsenz und Selbstdarstellung der politischen Parteien auf Social-Media-Kanälen, insbesondere auf TikTok, von der Politik stärker in den Fokus genommen werden müssen.
U18-Wahl: Unterschieden zwischen Stadt und Land
Ähnlich wie bei der Bundestagswahl zeigen sich auch bei der U18-Wahl Unterschieden zwischen Stadt und Land. Wie der Bayerische Jugendring in seiner Pressemitteilung angibt, ist die Bindung an die CSU vor allem auf dem Land stärker als in der Stadt. Die Auszählung für Augsburg sieht die CSU mit 14 Prozent beispielsweise lediglich auf dem dritten Platz hinter der Linken (26 Prozent) und der SPD (22 Prozent). Im Landkreis Unterallgäu hingegen führt die AfD mit 28,91 Prozent, die Linke kommt hier lediglich auf 12,44 Prozent.
Bundesweit wurde die Linke bei der U18-Wahl mit 20,8 Prozent stärkste Partei bei Minderjährigen. Danach folgen die SPD mit 17,9 Prozent, die CDU/CSU mit 15,7 Prozent, die AfD mit 15,5 Prozent und die Grünen mit 12,5 Prozent.
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