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Streit in Schwaben-AfD eskaliert: Gabrielle Mailbeck attackiert Parteikollegen

Augsburg

„Machtbesessen und geldgeil“: Unerwünschte AfD-Politikerin Mailbeck attackiert Parteikollegen

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    Innerhalb der schwäbischen AfD ist offener Streit zwischen Gabrielle Mailbeck und dem Landtagsabgeordneten Andreas Jurca (links) ausgebrochen.
    Innerhalb der schwäbischen AfD ist offener Streit zwischen Gabrielle Mailbeck und dem Landtagsabgeordneten Andreas Jurca (links) ausgebrochen. Foto: Marcus Merk

    Das weiße Kostüm und das helle Haarband lassen nicht auf den ersten Blick erkennen, welch knallharte Kampfansage diese Frau gleich macht. Nachdem unsere Redaktion von einem beschlossenen Parteiausschlussverfahren gegen Gabrielle Mailbeck berichtet hat, schlägt die schwäbische AfD-Bezirksrätin nun mit einem Video in sozialen Medien zurück. Sie kritisiert Parteigenossen heftig: „Einige machtbesessene und geldgeile Glücksritter gibt es leider auch in der AfD“, schreibt sie über das Video. Und Mailbeck schreckt auch nicht vor Frontalangriffen zurück, etwa auf den Augsburger AfD-Landtagsabgeordneten Andreas Jurca.

    Mailbecks Argumentation geht so: Nicht „die AfD“ wolle sie loswerden, sondern einige Leute im Bezirksverband Schwaben, die nur auf Posten und Macht aus seien. Das seien „Menschen, die Angst davor haben, dass ich den Mund aufmache“, sagt die 38-Jährige, die zu einem der bekanntesten Gesichter der AfD in Schwaben geworden ist. Sie sei für diese Menschen „unbequem“ geworden, weil sie „nicht käuflich“ sei. Vom Parteiausschlussverfahren habe sie aus der Presse erfahren, kritisiert Mailbeck. „Ein Parteiausschlussverfahren also nicht als interne Ordnungsmaßnahme, sondern als öffentliche Rufschädigung?“, fragt sie.

    AfD Schwaben will Gabrielle Mailbeck aus der Partei werfen

    Der Bezirksvorstand der schwäbischen AfD hatte Mitte März einstimmig beschlossen, ein Ausschlussverfahren gegen Mailbeck zu beantragen. Der entsprechende Beschluss liegt unserer Redaktion vor. Als Gründe werden darin die verspätete Weiterleitung von Barspenden und weitere Verstöße gegen die Satzungen und Ordnungen der AfD genannt. Hintergrund ist aber wohl auch ein Zerwürfnis zwischen Mailbeck und der schwäbischen Parteispitze. Verbrieft ist etwa der Bruch mit dem einflussreichen Skandalpolitiker Andreas Jurca.

    Mailbeck soll für eine Strafanzeige verantwortlich sein, die Ermittlungen wegen Untreue- und Betrugsverdachts gegen Jurca auslöste und im November 2025 zu mehreren Razzien führte. Im Kern stand der Vorwurf, Jurca habe als Chef der Augsburger AfD-Stadtratsfraktion 2022 öffentliche Gelder zweckentfremdet. Mailbeck arbeitete damals in der Geschäftsführung der Fraktion. Jurca bestreitet die Vorwürfe.

    Beschluss zu Parteiausschlussverfahren: AfD-Politikerin Mailbeck schlägt zurück

    Im Video spielt Mailbeck auf die Ermittlungen an. „Ich habe ein Problem damit, wenn der Verdacht besteht, dass mit Steuergeldern nicht sauber umgegangen wird“, sagt sie dort. Und: „Ich habe ein Problem mit verurteilten Frauenschlägern, die sich als Volksvertreter inszenieren.“ Sie spielt damit ebenfalls auf die Berichterstattung unserer Redaktion an, wonach Jurca im Jahr 2018 in einem Club zwei Frauen geschlagen hat und dafür einen Strafbefehl kassierte. Und, so Mailbeck weiter, sie habe auch ein Problem damit, „wenn ein verurteilter Vergewaltiger verteidigt wird und das Leid der Opfer relativiert wird.“ Jurca hatte nach unseren Recherchen kürzlich eingeräumt, einen verurteilten Vergewaltiger zu beschäftigen und davon gewusst zu haben.

    Auch Mailbeck ist nicht bekannt dafür, zimperlich zu sein. 2024 warf sie anderen schwäbischen Bezirksräten vor: „Sie alle hier hassen Deutschland“. Mailbeck, die als Hardlinerin gilt und Rechtsextremisten wie Martin Sellner nahesteht, entschuldigte sich später. Schon länger agiert sie weniger als Parteivertreterin, denn als Influencerin oder Kolumnistin für das rechtsextreme Sprachrohr Deutschlandkurier.

    Im Video inszeniert sie sich dennoch als Kämpferin für die AfD. Die Partei dürfe niemals „ein Sammelbecken für Karrieristen, Opportunisten oder Menschen werden, die Politik als Geschäftsmodell benutzen“, sagt sie. Die Wahrscheinlichkeit, dass der AfD-Bezirksvorstand versuchen wird, das Parteiausschlussverfahren durchzuziehen, ist mit diesem Video wohl eher nicht gesunken.

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