Im Fußball würde man sagen: Ein Vertrauensbeweis sieht anders aus. Wenn ein Clubboss sagt: „Wir werden uns zusammensetzen“, dann heißt das meistens nicht, dass er ohne Wenn und Aber an einem Spieler festhält. Ganz ähnlich hat sich nach dem Nockherberg nun die Brauerei Paulaner in Bezug auf den wichtigsten Spieler beim Starkbieranstich geäußert: Fastenprediger Maxi Schafroth.
Der hatte nach seiner fünften Predigt reichlich Kritik einstecken müssen. Man werde sich „mit etwas Abstand“ zusammensetzen und über die Salvatorprobe 2025 und Ideen für 2026 sprechen, sagte nun ein Brauereisprecher auf Anfrage. Er betonte aber, dass man in dieser Hinsicht genau „wie jedes Jahr“ verfahre. Ob auch die Reaktionen des Publikums in die Frage einfließen, ob der Allgäuer Schafroth nächstes Jahr wieder auf der Bühne stehen wird, wollte der Sprecher nicht kommentieren.
Söder war nach der Fastenpredigt ungewohnt schmallippig
Das berühmte Derblecken am Nockherberg wurde heuer so kontrovers bewertet wie lange nicht. Während viele Nicht-Politiker, Künstler und die bayerische Opposition die Fastenpredigt lobten, hagelte es von der Staatsregierung beleidigte Reaktionen. Vor allem die CSU fühlte sich zu einseitig gescholten. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) war ungewohnt schmallippig, nachdem ihm Schafroth unter anderem vorgeworfen hatte, „Politik ohne Umweg übers Hirn direkt ins Bauchgefühl“ zu betreiben. An Landtagspräsidentin Ilse Aigner (CSU) gerichtet sagte Schafroth: „Liebe Ilse, wenn du Ordnungsgelder für Stillosigkeit im Wahlkampf verhängen könntest, dann bräucht‘ der Markus noch ein Sondervermögen.“
Auch beim Publikum auf dem Nockherberg war Schafroths Rede nicht ausnahmslos gut angekommen, teils gab es Buhrufe, teils herrschte betretene Stille im Saal – wobei das natürlich auch bedeuten kann, dass Schafroth schmerzhaft die wundesten Punkte getroffen hatte.
Viele Schwaben waren stolz auf Maxi Schafroth
Paulaner beschränkte sich bei der Frage nach einer Bewertung des Auftritts auf dieses Statement: „Wir freuen uns über die Salvatorprobe, die wieder einmal Menschen im Saal und am TV zusammengebracht hat. Bei kabarettistischen Darbietungen, mit allen künstlerischen Freiheiten, gibt es seit jeher Kritik und Lob sowie unterschiedliche Meinungen. Das ist gut so und das akzeptieren wir so, aber kommentieren es nicht.“
Der 40-jährige Schafroth hat sich mehrere Tage nach der Bitte um eine Stellungnahme mittlerweile auch bei unserer Redaktion gemeldet, allerdings ähnlich kurz: Er teilte mit, dass „wir die Fastenrede generell nicht mehr im Nachhinein kommentieren“. Selbst wenn es nicht mehr weitergeht, ist jedenfalls eines anzunehmen: Viele Schwaben dürften stolz darauf sein, dass einer von ihnen der Regierung im Herz Altbayerns die Leviten gelesen hat.
Ich verstehe die Diskussion nicht. Wenn sich gewisse Kreise zu viel derbleckt fuehlen, dann solten sie die Veranstaltung abschaffen. Eine Alibi-Veranstaltung fuer die Liberalitas Bavariae braucht keiner. Entweder richtig derblecken oder gar nicht. Majestaetsbeleidigung war frueher.
Genauso sehe ich das auch. Es hat schon die richtigen getroffen – und die wissen das auch. Sie wollen es nur nicht sehen und machen lustig so weiter – jetzt halt ein wenig beleidigt. Gerade Söder braucht nicht so schmallippig tun. Was er alles über politische Mitbewerber gesagt hat und immer noch von sich gibt, ist absolut schlechter Stil. Ein Schwätzer und Spalter gibt sich beleidigt, wenn man es ihm vorhält – lächerlich.
Maxi Schaffroth war grandios! Er traf buchstäblich ins Schwarze. Deshalb auch das betretene Schweigen. Söder verging zurecht das Lachen. Seine unflätigen Ausfälle gegen Habeck (ein Macho-Ding) waren einfach niveaulos, Maxis Derblecken dagegen voller Esprit und gelungener Methaphern, fast liebevoll das Bild von der Discokugel. Markus S. will immer so cool sein, aber er wirkt wie ein fränkischer Ballermann.
Völlig richtig. Maxi Schafroth hat es sich mit seiner Fastenpredigt nicht leicht gemacht. In einer Zeit, in der die Welt aus den Fugen gerät beleidigt und verschnupft zu reagieren, wenn einem der Spiegel vorgehalten wird, ist billig. Wer austeilt, teilweise auch unterhalb der Gürtellinie, so wie der bayer. Ministerpräsident mit schlechten Wahlergebnissen, sollte auch einstecken können.
Genau so ist es Frau Reichenauer!!! Söder??? Bin schon lange abgerückt von Diesem Herrn!!!
Der Maxi Schafroth war nur noch peinlich, Walter Sedlmeier würde sich im Grabe umdrehen. Es gibt in Bayern bessere Fastenprediger, wie zum Beispiel Martin Frank oder Helmut Schleich, auch könnte ich mir Monika Gruber vorstellen. Luise Kinseher wäre keine Alternative. Auch das Singspiel so wie die Kulisse hat nichts mehr mit Bayern zu tun. Jeder alte Komödienstadel mit Gustel Bayerhammer oder Maxel Graf so wie andere Volksschauspieler sind um Längen besser gewesen. Die ganze Fastenpredigt ist mir zu verkünstelt und hat nichts mit Bayerischen Brauchtum was zu tun. Ich hoffe, die Paulaner -Brauerei besinnt sich wieder auf bayerische-Werte.
Hier muß ich Ihnen mal ausnahmsweise Recht geben, Herr Achstaller. Die meisten, die diese Aneinanderreihung von Sätzen gut fanden, haben wohl noch elien guten Fastenprediger und Fastenpredigten gehört. Ich will ja nicht gleich bis Michl Lang (kennt eh kaum noch jemand) zurückgehen, aber an die 80iger mit Sedlmayr, Berger usw. erinnert man sich gerne zurück und die waren um keinen Deut "harmloser" aber viel humorvoller. Ich habe ein Beispiel hierzu in einem anderen Thread bereits ausgeführt.
Geht mir genauso. Derblecken hat was mit Humor zu tun. Schaffroth ist verbal sehr geschliffen. Aber es sollte halt auch noch lustig sein.
Sollte die beleidigte Reaktion des Herrn Söder nun dazu führen, dass Schafroth ausgemustert wird, war das für mich sicher die letzte Fastenpredigt Welchen Sinn sollte diese Veranstaltung denn in Zukunft überhaupt noch haben? Der Auftrieb der Großkopferten ist an Peinlichkeit ohnehin kaum zu überbieten, wenn ich beispielsweise an die überaus offenherzige Frau Bär denke.
Maxi Schafroth versuchte, seinen Mangel an humorvoll-pointierten Einfällen durch verbittert wirkende Schimpftiraden auszugleichen. Ehrlich gesagt stelle ich mir unter "Derblecken" mehr vor, als moralinsauer den Zeigefinger in die immer gleiche Richtung zu schwingen. Falls der Redner nicht ausgewechselt wird, schalte ich nächstes Jahr erst zum Singspiel ein. Das war nämlich wirklich gelungen.
Die Wahrheit wollte König Söderle halt nicht hören.
Ich als Schwabe bin absolut nicht stolz auf den Allgäuer Maxi Schafroth.
So manche(r) hat den Sinn des Derbleckens nicht kapiert. Es hat etwas mit Humor zu tun. Den Großkopferten den Spiegel auf lustige Art und Weise vorzuhalten. Und das ist das eigentliche Manko vom Maxi. Das kann er einfach nicht. Die letzten Jahre hat er über seine Sprüche hauptsächlich selber gelacht und dieses Mal hörte es sich an wie eine verbitterte Rede auf einem Parteitag oder im Bundestag. Leider am eigentlichen Zweck vorbei. Und dabei braucht man keinen Politiker in Schutz nehmen. Da waren alle seine Vorgänger deutlich besser. Stolz kann man da leider auf seinen Landsmann nicht sein. Kann man nur hoffen, dass wieder was Besseres nachkommt. Gerade nach der BTW und dem verbitterten Wahlkampf hätte eine humorvolle Fastenpredigt gut gepasst.
EIne humorvolle Fastenpredigt ist keine Fastenpredigt, sondern Comedy.
Irgendwie ist bei Schafroth die Luft raus. Schon die ganze Show vor der Fastenrede - eine Selbstinszenierung, weit weg vom traditionellen Nockherberg. Okay, die Fastenrede war insgesamt in Ordnung - aber der Funke ist nicht groß übergesprungen. Wenigstens hat Schafroth diesmal - im Gegesatz zum letzten Jahr - nicht ständig selbst über seine eigenen Witze gelacht, wenn der Saal still blieb. Wie in der Politik der Regierungswechsel, so habe ich den Eindruck, dass es auch auf dem Nockherberg Zeit für einen Wechsel des Fastenpredigers wird. Einzig wirklicher Höhepunkt war wieder das Singspiel.
Tja, Söder & Co. -truth hurts!...wenn man den Spiegel vorgehalten bekommt. Aber wenn die (vorwiegend) Herren daraus lieber ne leicht-humoristische Wohlfühlveranstaltung basteln wollen, dann müssen sie sich andere affirmative Laudatoren suchen!
Das Paulaner-Starkbierfest dauert vom 14.03. bis 06.04.2025, der Doppelbock hat 18,3 Prozent Stammwürze und 7,9 Prozent Alkohol („flüssige Nahrung“ ist vom Fastengebot ausgenommen, „zurückhaltendes“ Einschenken wäre von daher nicht erforderlich). Die Wittelsbacher Herrscher haben fast alle das Starkbierfest gemocht und das Derblecken erduldet. „Nur Ludwig II. konnte mit dem Starkbier-Spektakel wenig anfangen.“ (BR) Und mir scheint, Söder mal mit und mal ohne Bart ist diesem in manchen Dingen sehr ähnlich; die Leibesfülle wurde auch bei Ludwig II. ein „zunehmendes“ Problem. Weiter handelt Söders Doktorarbeit von der Entwicklung der Kommunalgesetzgebung im rechtsrheinischen Bayern zwischen 1802 und 1818; letzte Amtshandlung von Ludwig II: Einrichtung eines neuen Bezirksamtes in Ludwigshafen mit Urkunde vom 3. Juni 1886. Im Gegensatz zu Ludwigs Weltflucht beweist Söder aber mit seinem „Grün ist raus!“, dass er die Realität schon noch wahrnimmt.
Das war die beste Fastenpredigt seit Jahrzehnten. Maxi Schafroth hat Probleme ausgezeichnet erfasst und angesprochen. So wie den Ton im Wahlkampf, der diesmal extrem niveaulos war. Es werden jeweils die anderen Parteien beschimpft und beleidigt, das ist nicht zielführend und würdelos. Kein Unternehmer würde jemand einstellen, der seine Mitbewerber so diffamiert. In der Regel möchte man von sich ablenken, wenn man immer auf andere zeigt und das ist in der Politik leider so. Sinnvoll wäre eine respektvolle Zusammenarbeit. Ich wundere mich, dass dies niemand merkt und darauf „anspringt“. Der Mensch bezeichnet sich als kultiviertes intelligentes Wesen, hier trifft eher „ignorant“ zu, oder ist es nur töricht/dumm. Sinn der Fastenpredigt ist das „Derblecken“ der Politikerinnen und Politiker und das ist diesmal gelungen. Django Asül ist das zum letzten Mal gelungen, aber der wurde danach gleich „entfernt“, ganz im Sinne unserer Regierung. Dann kann man die „Fastenpredigt“ ganz abschaffen.
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