Wer in Deutschland einen Mobilfunkvertrag abschließt, zahlt im Vergleich zu anderen EU-Staaten recht viel und bekommt dafür eher wenig. Im Zug oder auf der Landstraße reißt ständig die Verbindung ab, Daten laden in Zeitlupe, Videoschalten werden zum Standbild: digitale Diaspora. Dass der Staat die Mobilfunkriesen jetzt unter Druck setzt, um das maue Preis-Leistungs-Verhältnis zu verbessern, ist absolut richtig – zumal er das Startkapital dafür quasi gleich mitliefert.
Es ist eine pragmatische Lösung, dieses Mal auf die Einnahmen durch die Versteigerung von Mobilfunklizenzen zu verzichten, damit Telekom, Vodafone oder O2 die gesparten Milliarden investieren können, um Funklöcher zu schließen. Aber damit stehen die Konzerne nun auch in der Pflicht.
Den Mobilfunkanbietern hat man es zu leicht gemacht
Die geltenden Vorschriften haben es ihnen zu leicht gemacht. So genügt es für das Prädikat „Netzabdeckung“ bislang schon, dass in einer Gegend zumindest einer der Anbieter für Empfang sorgt. Wenn das nicht der eigene ist, hat man als Kundin oder Kunde eben Pech gehabt. Auch das soll sich ändern, auch das muss sich ändern.
Unerreichbar zu sein, mag man in dieser gehetzten Zeit insgeheim als Luxus empfinden. Ein stabiles Netz ist aber kein Luxus, sondern ein wichtiger Standortfaktor.
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