Fasching ist nicht nur in Bayern eine Zeit des ausgelassenen Feierns, der bunten Kostüme und fröhlicher Gemeinschaft. In Städten wie Augsburg, München und Nürnberg wird der Karneval mit Umzügen, Maskenbällen und traditionellen Veranstaltungen zelebriert. 2025 mischt sich neben Vorfreude auch Unsicherheit in die Stimmung.
Fasching 2025: IS-Anschlagsdrohungen für Deutschland und Niederlande
Aktuell sorgen Drohungen im Internet für Unruhe, worüber zunächst die Bild berichtete. Auf einer Website der Terrororganisation „Islamischer Staat“ (IS) sei ein Plakat mit vier Anschlagszielen präsentiert worden, davon zwei in Köln, eines in Nürnberg sowie in der niederländischen Hafenstadt Rotterdam (“Festival der Liebe“).
Derartige Veröffentlichungen seien gezielt dazu gedacht, Angst und Unsicherheit zu verbreiten, zitiert die Deutsche Presseagentur (dpa) Martin Lotz, den Einsatzleiter der Kölner Polizei. Die Sicherheitsbehörden nehmen die Bedrohung ernst, wenngleich es laut den Polizeisprechern bislang keine konkreten Hinweise auf geplante Anschläge gibt.
Sicherheitsgefahr beim Fasching in Bayern? Absage in Nürnberg
In Nürnberg hat die Bedrohung der Sicherheit bereits konkrete Auswirkungen: Der Faschingszug für Kinder am Rosenmontag wird abgesagt. Zahlreiche Einrichtungen, die an dem Zug normalerweise teilnehmen, hätten aufgrund ihres beeinträchtigten Sicherheitsgefühls vorsichtshalber ihre Teilnahme abgesagt, teilte die Stadt mit. Auch Mitarbeitende, Helferinnen und Helfer sowie Eltern hätten Bedenken geäußert - und dies unabhängig von der Einschätzung der Polizei.
Nach Angaben von Focus.de wurde zudem eine geplante Afterparty des Vereins „Global Locals“ abgesagt. Man wolle die Besucher nicht in Gefahr bringen, hieß es seitens der Veranstalter. Konkret ist als Ziel die „Saigon-Bar“ in der Nürnberger Innenstadt genannt, wo am Faschingssonntag als auch am Rosenmontag Veranstaltungen geplant sind.
Ein für Sonntagnachmittag geplanter Faschingszug durch die Nürnberger Innenstadt soll weiterhin stattfinden.

Die Polizei betonte derweil auf Anfrage von T-Online, dass es keine neuen Gefährdungseinschätzungen gebe. Das Sicherheitskonzept werde in Nürnberg dennoch überprüft und angepasst.
Sicherheitslage an Fasching 2025: Augsburger Polizei nimmt Stellung
Die Drohungen stammen von der IS-Propagandaplattform „Al Saif Media“, die bereits in der Vergangenheit zu Anschlägen aufgerufen hatte. Experten weisen darauf hin, dass solche Drohungen nicht neu sind, die Gefahr aber weiterhin vorhanden ist.
Wie ist die Sicherheitslage in Augsburg zu bewerten? Eine Sprecherin des Polizeipräsidiums Schwaben Nord erklärt uns auf Anfrage, dass man die Lage hinsichtlich der Faschingsveranstaltungen „genau im Blick“ hat und sich mit individueller Planung darauf vorbereitet. Maßgeblich ist hierbei auch die Frage, wie viele Einsatzkräfte wann und wo vor Ort sind. „Wir berücksichtigen auch die überregionale Lage“, führt die Sprecherin aus.
Diesbezüglich befindet sich die Polizei im Austausch mit Stadt, Sicherheitsbehörden und Veranstaltern. Trotz der angespannten Sicherheitslage gibt es also keinen Grund, die Freude am Fasching in Augsburg oder sonst wo völlig trüben zu lassen. Bayerns Behörden sind auf verschiedene Szenarien vorbereitet. (mit dpa)
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