Ilnur N. wirkt zurückhaltend, fast scheu. Der junge Mann mit den kurzen Haaren und dem dunklen Bart trägt Jeans, ein hellblaues Hemd und einen dunkelblauen Pulli. Er sitzt im großen Schwurgerichtssaal des Münchner Strafjustizzentrums und ist merklich eingeschüchtert. Der 30-Jährige spricht auf Russisch, seiner Muttersprache. N. leidet an einem Sprachfehler. Er stottert. Vor lauter Aufregung stottert er am Donnerstagvormittag recht viel. Er erzählt, wie alles begann. Beteuert, er habe nicht gewusst, in was er da reingeraten sei. So stellt man sich keinen Spion vor. Aber wie soll man sich schon einen Spion vorstellen?
Augsburger Uni-Spion