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Oktoberfest 2011: Schank-Moral auf der Wiesn: Es ist noch schlimmer

Oktoberfest 2011

Schank-Moral auf der Wiesn: Es ist noch schlimmer

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     Die Wirte auf dem Oktoberfest nehmen es mit dem Einschenken einer Maß Bier offensichtlich nicht sehr genau.
     Die Wirte auf dem Oktoberfest nehmen es mit dem Einschenken einer Maß Bier offensichtlich nicht sehr genau. Foto: dpa

    Die Wirte auf dem Oktoberfest nehmen es mit dem Einschenken einer Maß Bier offensichtlich nicht sehr genau. Bei einer Kontrolle von 100 Maß Bier in zwölf Zelten am Dienstagabend habe keine einzige Maß einen ganzen Liter Bier enthalten, teilte der Verein gegen betrügerisches Einschenken (VGBE) am Mittwoch mit.

    Bei sieben Maß nur sechs Liter Bier

    „Das Ergebnis ist ernüchternd“, urteilte dessen Präsident Jan-Ulrich Bittlinger. Die 30 Kontrolleure hätten zwischen 18.45 Uhr und 21 Uhr in jedem Zelt sieben Maß Bier bestellt und bezahlt, tatsächlich im Schnitt aber nur sechs Liter Bier bekommen. Bei einem Bierpreis zwischen 8,70 Euro und 9,20 Euro entstand dadurch beim Verzehr von sieben Maß Bier ein Schaden von 3,94 bis zu 10,98 Euro. 

    Eine Maß Bier auf dem Münchner Oktoberfest wird immer teurer

    Ein Oktoberfestbesuch wird meist teuer, kein Wunder wenn man sich die Preise für eine Maß Bier im Laufe der letzten 40 Jahre anschaut:

    1970 zahlte man wirklich nur 2,65 DM für eine Maß auf der Wiesn.

    Zehn Jahre später hat sich der Preis pro Maß fast verdoppelte: 4,80 DM bis 4,90 DM zahlte man 1980.

    1990 zahlte der Wiesn-Besucher je nach Zelt zwischen 6,95 DM und 7,55 DM.

    Bis zu 3,45 DM zahlte der Wiesnbesucher 1995 mehr: Der Bierpreis lag zwischen 9,50 DM und 10,40 DM.

    Im Jahr 2000 war es gut die Preise in den Bierzelten zu vergleichen, die teuerste Maß kostete gleich 1,40 DM mehr als im billigsten Zelt. Insgesamt zahlte man 11,20 DM bis 12,60 DM.

    Die Einführung des Euros änderte den Bierpreis nicht, er stieg einfach weiter an. So zahlte man 2005 zwischen 6,80 Euro bis 7,25 Euro für eine Maß Bier.

    Und der Bierpreis steigt und steigt: Zwischen 7,80 Euro und 8,30 Euro zahlte der Oktoberfestbesucher 2008.

    Im Jahr darauf gab es die Maß für 8,10 Euro bis 8,60 Euro.

    2010 kostet das Bier 8,30 Euro bis 8,90 Euro.

    Mit einer Preissteigerung um 3,6 Prozent gegenüber Vorjahr muss der Oktoberfestbesucher 2011 rechnen: Von 8,70 Euro bis 9,20 Euro zahlt man dieses Jahr auf der Wiesn.

    2012 liegt der Preis für eine Mass bei teuren 9,50 Euro.

     Am schlechtesten schenkte laut VGBE die Fischer-Vroni ein mit durchschnittlich nur 0,83 Litern, gefolgt vom Winzerer Fähndl (0,84) und der Käfer Wiesn-Schänke (0,84) sowie Löwenbräu (0,85).  Beim Käfer habe es auch mit nur 0,73 Litern Inhalt bei einer Maß den größten Ausreißer nach unten gegeben, sagte Bittlinger. Damit wurde der Gast bei einer einzigen Maß um 2,43 Euro betrogen.

    Im Hacker-Festzelt gibt's das meiste Bier

    Am besten schnitt im Vergleich das Hacker-Festzelt ab, wo durchschnittlich 0,94 Liter Bier in die Maß flossen.   Auf den Plätzen zwei und drei folgten das Armbrustschützen-Zelt (0,9) und das Hippodrom (0,9). Der Grund für die schlechte Schankmoral ist für Bittlinger die sogenannte Toleranzgrenze von 0,9 Litern, die den Wirten von der Stadt gewährt wird. „Die muss weg“, forderte er. dapd

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