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Lindenberg: Feuerwehr: Diskussion um BMW X5 als Kommandofahrzeug

Lindenberg

Feuerwehr: Diskussion um BMW X5 als Kommandofahrzeug

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    Feuerwehr: Diskussion um BMW X5 als Kommandofahrzeug
    Feuerwehr: Diskussion um BMW X5 als Kommandofahrzeug Foto: DPA

    Die Lindenberger Feuerwehr will ihn, doch ob sie ihn bekommt, ist nach der jüngsten Diskussion im Stadtrat zumindest unsicher. Die Rede ist von einem BMW X 5 als Kommandofahrzeug, 245 PS stark, 222 km/h schnell und 60000 Euro teuer. Eine Abstimmung über den Kauf hat der Stadtrat auf Antrag von Josef Kraft vertagt. Zuvor hatte sich eine Kampfabstimmung mit knappem Ausgang abgezeichnet. Nach dem Wunsch des Stadtrates sollen sich Wehr und Verwaltung nach preiswerteren Möglichkeiten umsehen.

    Nach dem Willen der Feuerwehr soll der Kommandowagen als Ersteinsatzfahrzeug dienen. An Bord wären Einsatzpläne, Schlüssel für Brandmeldeanlagen und Ausrüstung wie eine Wärmebildkamera. Bislang befinden sich diese Dinge in einem 14 Jahre alten Mehrzweckfahrzeug. Das wird aber auch für Fahrten zu Lehrgängen, Behördengänge oder Beschaffungen genutzt. In diesen Fällen steht es nicht sofort für den Einsatz zur Verfügung. Der Kommandowagen kostet einschließlich Feuerwehrausstattung 60.000 Euro. Dank eines Behördenrabatts sei der BMW günstiger als Fahrzeuge anderer Hersteller, begründete Kommandant Heribert Mayr, warum die Wehr sich für den großen BMW ausgesprochen hat.

    Gleichwohl ist der Preis ein wesentlicher Punkt, um den sich die Diskussion dreht. Stadträte der CSU brachten als Alternative einen allradgetriebenen VW Caddy ins Spiel. Wie viel der als Feuerwehrfahrzeug kostet, ist unklar. So viel aber ist sicher: Auch der Hersteller VW Nutzfahrzeuge räumt Behörden spezielle Rabatte ein und liefert das Auto einsatzbereit aus. Und: in seiner Grundversion kostet der VW weniger als die Hälfte. „Ich bin für ein gutes Fahrzeug, das dem Bedarf angepasst ist. Es gibt günstige Lösungen, die Alternativen wären“, formulierte Anton Wiedemann den Standpunkt.

    Zweifel am Konzept

    Zum Preis kommen bei einigen Räten grundsätzliche Zweifel, ob ein Kommandowagen überhaupt nötig ist. Die Wehr hatte früher ein solches Auto, es dann aber wieder aus dem Bestand genommen. Seit Jahren dient das genannte Mehrzweckfahrzeug (MZF) als Auto für die Einsatzführung. Es hat den dafür nötigen Platz und die Möglichkeit entsprechende Ausrüstung zu transportieren. Und: ein MZF würde auch nach dem Kauf eines Kommandowagens benötigt, um bei größeren Bränden eine Einsatzleitung aufbauen zu können. Deshalb haben mehrere Räte vorgeschlagen, das jetzige Mehrzweckfahrzeug – wenn es schlapp macht – durch ein neues zu ersetzen und Besorgungsfahrten mit einem anderen Fahrzeug zu erledigen. Auch dafür wäre ein Caddy wohl geeignet.

    Neben den sachlichen Zweifeln gibt es eine „psychologische Komponente“, wie es Stefan Bihler formulierte. Die sei zwar nicht entscheidungsrelevant, runde das Bild aber ab. Das Fahrzeug, das den Ruf eines Luxus-Schlittens genießt, ist in der Bevölkerung umstritten und auch die Feuerwehr steht nicht geschlossen hinter dem Kauf. „Ein Riss geht durch die Wehr“, beklagte Ludwig Gehring. Der seit vier Jahrzehnten aktive Wehrler sprach von Austrittsdrohungen und Anfeindungen.

    Der BMW war vor der jetzigen Diskussion bereits zweimal Thema im Stadtrat. Der Haushaltsauschuss hatte im Januar 60000 Euro als sogenannte Verpflichtigungsermächtigung in den Haushalt aufgenommen, um das Auto 2012 kaufen zu können. Auf Antrag der Grünen hatte der Stadtrat den Posten später gesperrt.

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