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Kempten: Salafist Erhan A. will ins Allgäu zurück

Kempten

Salafist Erhan A. will ins Allgäu zurück

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    Der Allgäuer Salafist Erhan A. will sich mit seiner Abschiebung in die Türkei nicht abfinden. Der 22-Jährige teilte unserer Redaktion von der

    Bereits am Freitag hatte der Anwalt von Erhan A. angekündigt, gegen die Abschiebung klagen zu wollen. Bislang ist jedoch noch keine Klage beim Verwaltungsgericht Augsburg eingegangen.

    Der Freistaat Bayern hatte Erhan A. am Freitag in die Türkei abgeschoben. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann begrüßte die Aktion. Durch sein aggressiv-kämpferisches Auftreten gefährde Erhan A. die freiheitlich-demokratische Grundordnung in Deutschland, hieß es in einer Erklärung des Innenministeriums.

    Erhan A. wollte sich den IS-Kämpfern in Syrien anschließen

    Erhan A., der als Unterstützer des Dschihad gilt und eineinhalb Jahre lang von den deutschen Sicherheitsbehörden beobachtet wurde, ist mittlerweile bei Verwandten im anatolischen Kayseri untergekommen. Dort ist er schon vor einem guten Dreivierteljahr gewesen, als er versucht hatte, über die Grenze nach Syrien zu gelangen. Seine Eltern hinderten ihn jedoch daran und holten ihn schließlich zurück ins Allgäu. Seither galt für Erhan A. ein Ausreiseverbot in Deutschland. Anfang Oktober wurde er schließlich in Kempten festgenommen und in Abschiebehaft gebracht.

    Das ist die Organisation IS

    IS ist eine islamistische Organisation. Sie hat das Ziel, einen Islamischen Staat zu errichten. Dieses Kalifat soll die Länder Syrien und Irak, aber auch den Libanon, Israel und Jordanien miteinander vereinen.

    IS steht für Islamischer Staat. Gebräuchlich ist auch die Abkürzung ISIL, das steht für Islamischer Staat im Irak und in der Levante oder ISIS für Islamischer Staat im Irak und in Syrien.

    Ihr Ziel verfolgen die Anhänger der Organisation mit militärischen Mitteln und brutalster Gewalt, darunter Bombenattentate, Folter, und Hinrichtungen von Zivilisten.

    IS kämpft an vielen Fronten. Die Terrorgruppe geht bewaffnet gegen die Regierungen in Syrien und im Irak vor, führt Krieg gegen schiitische Gläubige und vermeintliche sunnitische Kollaborateure.

    Die IS hat ihre Wurzeln in der Widerstandsbewegung gegen die Besetzung des Iraks nach dem Irakkrieg 2003.

    Die Gruppe profitierte 2013 vom Machtkampf der von Schiiten dominierten Regierung in Bagdad mit Sunniten und beherrscht inzwischen weite Teile des Iraks.

    Im syrischen Bürgerkrieg hat Isis vor allem im Nordosten des Landes die Kontrolle erlangt. Dort griff die Gruppe kurdische Städte an und massakrierten Zivilisten.

    In den besetzten Gebieten verordnen die Dschihadisten der Bevölkerung strenge Regeln. So sollen Frauen die Häuser nur noch verlassen, wenn es unbedingt notwendig ist. Alkohol und Rauchen ist verboten, ebenso Veranstaltungen und freie Presse.

    Im April 2014 sagte sich IS von Al-Kaida los. Deren Führung habe sich von den Grundsätzen des "Heiligen Krieges" entfernt, hieß es.

    Wie viele Menschen sich IS angeschlossen haben, ist unklar. Schätzungen sprechen von bis zu 15.000 Kämpfern.

    Anführer der Bewegung ist seit Mai 2010 Abu Bakr al-Baghdadi. Die USA führt ihn als einen der meistgesuchten Terroristen der Welt.

    IS wirbt im Internet aktiv um Kämpfer aus Europa. «Isis macht eine sehr gute Öffentlichkeitsarbeit», sagte der EU-Koordinator für Terrorismusbekämpfung, Gilles de Kerchove. Die Islamisten hätten sogar Kameras auf ihre Kalaschnikows geschraubt, um ihre Operationen in Echtzeit im Internet zu übertragen.

    Finanziert wurde IS zu Beginn von saudischen und katarischen Gönnern. Mittlerweile hat die Organisation mit mafiösen Methoden eigene Einnahmequellen erzeugt, etwa mit dem Schmuggel von Öl.

    Die islamistische Szene reagierte bereits auf die Ausweisung von Erhan A.: In Schreiben feiern sie den 22-Jährigen aus dem Allgäu. sh, drs

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