Seit dem heutigen Mittwoch fährt der Autobauer BMW die europäischen Automobilwerke und den Standort Rosslyn in Südafrika herunter. Die Produktionsunterbrechung werde voraussichtlich bis zum 19. April eingeplant, sagte Unternehmens-Chef Oliver Zipse am Mittwoch bei einer digitalen Pressekonferenz. Und er betonte: „Wir werden unsere Arbeitsfähigkeit im Unternehmen weiterhin sicherstellen. Zugleich wollen wir das Infektionsrisiko für unsere Mitarbeiter reduzieren.“
Dazu habe BMW ein umfassendes Paket an Maßnahmen in Kraft gesetzt. Mitarbeiter könnten zum Beispiel von zu Hause aus arbeiten, wenn dies möglich und sinnvoll sei. Zipse betonte in diesem Zusammenhang: „Ich danke den Sozialpartnern, dass wir in bewährter BMW-Kultur schnell Lösungen gefunden haben. Ich danke allen Mitarbeitern, dass sie uns helfen, diese Situation gemeinsam gut zu überstehen.“
BMW-Chef: "Es wird eine Zeit nach Corona geben"
Dann versuchte der Manager in schweren Zeiten, Mitarbeitern, Aktionären und Kunden Hoffnung zu machen: „BMW kann mit schwierigen Situationen umgehen. Das haben wir schon oft bewiesen.“ Hier führte er die Ölkrise Anfang der 70er Jahre an. Damals habe BMW das Werk im niederbayerischen Dingolfing eröffnet.
Zipse führte auch noch ein zweites Mutmacher-Besipiel an: „In der globalen Wirtschafts- und Finanzkrise der Jahre 2008 und 2009 haben wir schwarze Zahlen geschrieben und das erste rundum nachhaltige Serien-Elektrofahrzeug auf den Weg gebracht.“ Heute gehöre der BMW i3 zu den meistverkauften E-Autos der Welt.
So zeigten sich die Münchner Fahrzeugbauer trotz der aktuellen Corona-Situation „vorsichtig zuversichtlich“. Zipse sagte: „Es gibt eine Zeit während Corona. Und es wird eine Zeit nach Corona geben.“ Die derzeit enorme Ungewissheit hinsichtlich der weltweiten Ausbreitung und der Folgen des Coronavirus erschwere aber eine genaue Prognose der Geschäftsentwicklung für dieses Jahr. So geht BMW für 2020 davon aus, dass sich der Absatz in allen wesentlichen Märkten negativ entwickeln wird.
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