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250.000 Menschen bei Demonstration in München gegen Rechts

Kundgebung in München

Mindestens 250.000 demonstrieren in München: „Wählt für die Menschen!“

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    So weit das Auge reicht: Mehr als 250.000 Menschen nehmen an der Kundgebung für Demokratie auf der Theresienwiese teil.
    So weit das Auge reicht: Mehr als 250.000 Menschen nehmen an der Kundgebung für Demokratie auf der Theresienwiese teil. Foto: Sven Hoppe, dpa

    Wo es hier langgeht? Eine Gruppe Teilnehmender auf der Münchner Theresienwiese lässt keinen Zweifel daran. „Nach der Ampel links!“, steht auf ihrem Demo-Plakat. Wie viele hier zusammengekommen sind am Samstagnachmittag, dazu gehen die Schätzungen auseinander. Fest steht: Es sind viele, sehr, sehr viele. Die Polizei spricht von 250.000 Demonstrantinnen und Demonstranten, die Veranstalter vom Bündnis „München ist bunt“ gar von 320.000. Nahezu alle hier eint die Abneigung gegen die AfD. Aber eins ist Organisatorin Micky Wenngatz auf der Bühne wichtig. „Das hier ist keine parteipolitische Veranstaltung“, sagt sie in die Menge hinein. „Wir rufen dazu auf, zur Wahl zu gehen und eine demokratische Partei zu wählen. Denn jede Stimme, die nicht abgegeben wird, ist eine Stimme für die Rechten.“

    Riesiger Jubel und Applaus, auch bei denen, die vor lauter Demokratieverfechtern gar nicht die Bühne und erst recht nicht die Rednerinnen und Redner sehen können. So viele sind es, dass die Worte der Organisatorin erst zeitversetzt bei Menschen in den hinteren Reihen ankommen, der Applaus daher wie eine akustische La-Ola-Welle von vorn bis hinten über die Oktoberfestwiese schallt.

    Demo gegen Rechts in München vereint viele gegensätzliche Menschen

    Der Journalist, Redner und FPÖ-Experte Robert Misik ist extra aus Wien angereist. „Die anderen schreien immer: Wir sind das Volk“, sagt Misik auf der Bühne. Dabei seien hier und heute doch so viele gegensätzliche Menschen da: „Schriftstellerinnen und Metallarbeiter, Schwarzfahrer und Tramfahrer, Feministinnen und Machos, Vegetarier und Fleischliebhaber, grauhaarige Boomer und die blauhaarige Last Generation!“ Die Moderatorin des Demo-Programms, Özlem Sarikaya, hat ihren 87-jährigen kranken Vater mitgebracht, einen Gastarbeiter aus der Türkei.

    In der Menschenmenge, die von der U-Bahn-Haltestelle Theresienwiese her immer noch größer wird, fällt eine Gruppe Nonnen auf. Auf ihrem bunten Plakat fordern sie: „Respekt, Integration, Probleme miteinander lösen!“ Ein besonders starkes Bild ist die Fahnenstange, die ein Teilnehmer unaufhörlich in der Wintersonne schwenkt: Er hat die Deutschlandflagge daran festgemacht – und direkt darunter die mit einem Regenbogen.

    Gegen die AfD, aber auch für Demokratie und Menschenrechte: Tausende Plakate sind bei der Demo vertreten.
    Gegen die AfD, aber auch für Demokratie und Menschenrechte: Tausende Plakate sind bei der Demo vertreten. Foto: Sven Hoppe, dpa

    Wieder andere versuchen mit Humor gegen eine rechtsextreme Politik anzukommen: „Nager gegen Nazis“, dieses Schild recken drei Protestierende in Eichhörnchen-Outfits in die Luft. Überhaupt ist die Stimmung friedlich und trotz des ernsten Anlasses gut gelaunt. Einzig die Soundanlage hat Konfliktpotenzial, je mehr Menschen kommen, desto weniger dringen die Reden und Musikeinlagen bis an die Ränder der Theresienwiese durch.

    Nach gut einer Stunde machen sich die Ersten wieder auf den Heimweg, weil kein einziger Satz aus den Mikros bei ihnen ankommt – auch nicht die Musik von Hans Well, einst Kopf der „Biermösl Blosn“. Dessen Auftritt mit den „Wellbappn“ ist schon etwa 75 Meter von der Bühne entfernt nicht mehr als kluge Hintergrundmusik.

    Immer mehr Menschen strömten am Samstag auf die Münchner Theresienwiese.
    Immer mehr Menschen strömten am Samstag auf die Münchner Theresienwiese. Foto: Sven Hoppe, dpa

    Well ist seit 40 Jahren ein Protestler gegen Rechts. Im Gespräch mit unserer Redaktion sagte er vergangenes Jahr, Demonstrationen seien „die direkteste Wahrnehmung unserer Bürgerrechte und Gradmesser einer funktionierenden Demokratie“. Die tatsächliche Wirkung solcher Kundgebungen, die an diesem Wochenende auch an vielen anderen Orten stattfinden, ist umstritten. Aber die Menschen strömen – nach Nürnberg, hier mehr als 20.000, nach Würzburg, Köln, Berlin sowieso.

    Viel Kritik an Friedrich Merz bei der Demo in München

    Neben der AfD bekommt Unions-Kanzlerkandidat Friedrich Merz in München besonders viel Kritik ab. „Frühling ohne Merz“ steht vielfach auf den Plakaten. „Was genau haben Sie an ‚Nie wieder!‘ nicht verstanden?“, fragt eine andere Teilnehmerin auf ihrem Schild, eine weitere Papptafel sagt einfach „Shame on you“, schämen Sie sich. Vertreterinnen und Vertreter der Union hatten ihre Teilnahme an der Veranstaltung im Vorfeld abgesagt, Flaggen von Grünen, Linken und SPD wehen im fast frühlingshaften Wind.

    Unions-Kanzlerkandidat Friedrich Merz bekam in München besonders viel Kritik ab.
    Unions-Kanzlerkandidat Friedrich Merz bekam in München besonders viel Kritik ab. Foto: Sven Hoppe, dpa

    Die Polizei ist mit hunderten Kräften im Einsatz, ein Hubschrauber kreist unaufhörlich über der Szenerie. Doch Zwischenfälle gibt es keine. In Erinnerung bleiben nach der Demonstration viele Sätze. Die des österreichischen Journalisten Misik etwa. 71 Prozent der Wählerinnen und Wähler in Österreich hätten nicht die FPÖ gewählt. Jetzt komme die rechtsextreme Partei aller Voraussicht nach trotzdem an die Macht. Es passiere schleichend, sagt Misik: „Erst ist es ein Tabubruch, dann wird's zur gewohnten Übung.“ Am Ende des Abwärtsgangs stehe der Abgrund. Auch ein Satz der jungen Münchner Jüdin Joëlle Lewitan klingt nach. „Wählt für Menschen“, sagt sie. „Nicht gegen sie.“ Denn: „Wir brauchen die Demokratie, und in diesen Tagen braucht sie auch uns.“ 

    Rund 250.000 Menschen nahmen auf der Theresienwiese an der Kundgebungen gegen Rechtsextremismus teil. Viele von ihnen hielten Plakate mit politischen Botschaften in die Höhe.
    Rund 250.000 Menschen nahmen auf der Theresienwiese an der Kundgebungen gegen Rechtsextremismus teil. Viele von ihnen hielten Plakate mit politischen Botschaften in die Höhe. Foto: Sven Hoppe, dpa
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    36 Kommentare
    Richard Merk

    Auch bei mehr als 250.000 Demonstrierende gegen Rechts alleine in München hat eine CSU nur Verachtung übrig. Das Demonstrieren wirkt offensichtlich nur wenn riesige Traktoren die Verkehrswege versperren. Liegt Söder doch falsch mit seiner Forderung nach grundlegender Migrationswende? Wie zu sehen ist, sind doch sehr viele Bürger dagegen. Insbesondere dann wenn Merz und Söder ihre Meinung nur mit den Stimmen der AfD durchsetzen kann.

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    Marianne Böhm

    Bei Traktoren geht es um die Bauern in unserem Land.. vielleicht ist es für sie nicht wichtig wie unserer Land wirtschaftlich dasteht.. Hättet ihr die AFD nicht erschaffen, groß gemacht.. hättet ihr kein Feindbild und müsstet eure Parteien an ihren Fehlern messen und die Probleme nicht mit Nebenschauplatz davon ablenken.. Unser Problem im Land ist dass die Geister die man rief, nicht mehr los wird.. Die AFD ist aus einer desolaten, bürgerverachtenden Politik (Merkels Politik) heraus entstanden.. Mit den Demos macht man die Partei noch stärker und größer als je zuvor, denn man grenzt aus und bekämpft Millionen Menschen als Rechte, Nazis, Fremdenfeindlich..

    Richard Merk

    Mir scheint gute Frau Böhm, dass sie die Tatsachen einfach ignorieren. Zigtausende Menschen gehen völlig zurecht gegen Rechts auf die Straße. Das Elend und die menschenverachtende Vorgehensweise der Nazis ist noch lange nicht vergessen. Auch wenn bei weitem nicht alles Nazis sind, so ziehen die AfD Fans mit Höcke und dergleichen am selben Strang. Ich bin stolz darauf die Bilder der 300.000 gegen Rechts demonstrierenden Menschen zu sehen. Es zeigt letztlich, dass sehr viele Menschen auch in München ihre gute Erziehung nicht vergessen haben.

    Reiner Spannagel

    "gute Erziehung" Herr Merk? Da ist sie wieder, die moralische Überheblichkeit: Wir sind die Guten, Ihr seid die Schlechten. Finden Sie nicht selber, dass dieser Anspruch nur in die Irre führen kann?

    Richard Merk

    Herr Spannagel, mir ist ein gesundes Selbstbewusstsein viel lieber als Minderwertigkeitsgefühle. Mit subjektiven Wahrnehmungen wie "Wir sind die Guten, Ihr seid die Schlechten." wollen sie anscheinend eine Überheblichkeit feststellen. Finden sie nicht, dass dies auch ein Mangel an Selbstbewusstsein sein könnte.

    Friedrich Eckert

    Wird es eigentlich bewusst verschwiegen, dass Frau Wenngatz SPD-Stadträtin von München ist, oder ist diese Information nicht so wichtig?

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    Peter Zimmermann

    Und warum ist diese Info Ihnen wichtig? Sollten alle Demonstranten namentlich und mit Beruf genannt werden?

    Friedrich Eckert

    Es geht hier um die Veranstalterin, nicht um beliebige Teilnehmer.

    Maria Reichenauer

    Herr Eckert, und als SPD-Stadträtin darf man sich nicht gegen "Rechts" positionieren? Sind wir schon so weit, dass ein Parteibuch darüber entscheidet, ob man eine Demo mitorganisieren darf Ist man mit einem SPD-Parteibuch von der freien Meinungsäußerung ausgeschlossen? Und meinen Sie tatsächlich, die vielen Menschen sind wegen einer SPD-Stadträtin gekommenß

    Friedrich Eckert

    Frau Reichenauer, natürlich darf sie, nur warum wird das nicht transparent offen gelegt? Dann kann jeder frei entscheiden, ob ihm diese Information nützt oder nicht.

    Marianne Böhm

    Ich sehe in diesen Demonstration nur eines, dass Demokratie benutzt wird um eine Wahlentscheidung für bestimmte Parteien herbeizuführen. Sind das die Anständigen und Omas die unser Land mit Flüchtenden überfordern wollen und die Unanständigen sollen es dann regeln. Täglich werden Kinder, Frauen Missbraucht, erleben Gewalt, Vergewaltigt, Getötet. Schulbildung, Berufsausbildung, alles vernachlässigt, unser Wirtschaft wandert ab, man nimmt seit langem ganzen Generationen ihre Zukunft usw.. alles nur noch ideologische, Symbolpolitik. Hätte man unser Land, seine Bürger besser stark gemacht, Probleme gelöst statt nur nach Schuldigen gesucht, hätten wir heute eine ganz andere Situation in unserem Land. Wer mit Gewalt seinen Willen durchsetzen will, sollte sich nicht als Demokrat/In zu verstehen geben. Es wird nie mehr einen Holocaust geben, kein Deutscher will Krieg. Raus aus zwanghafter Schuldhaftung und Generalverdacht in unsere Freiheit als Mensch, Volk für unsere Nachkommen.

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    Richard Merk

    Frau Böhm, ihre scheinheiligen Worte werden die vielen Menschen auf den Straßen Deutschlands nicht überzeugen. Es zeigt lediglich ein gewisse Schnappatmung in Bezug auf die Bilder von zigtausende Menschen, die gegen Rechts demonstrieren.

    Wolfgang Boeldt

    Frau Böhm, Demonstrationen werden Wahlentscheidungen für bestimmte Parteien bestimmt nicht herbeiführen. Die, die daran teilnehmen, haben sich schon längst entschieden. Und die, die nicht daran teilnehmen, so in etwa 98% der Bevölkerung, haben vermutlich was Besseres zu tun.

    Stefan Wenger

    Sehr geehrte Marianne Böhm: Ihr Beitrag ist das beste was ich hier seit langem gelesen habe. Und trifft den Nagel auf den Kopf!

    Wolfgang Steger

    Es ist notwendig, dass die Menschen auf die Straße gehen. Frau Weidel sagt es doch deutlich, sie will eine libertäre Politik. Wie diese funktioniert, kann man gerade in den USA beobachten. Abschaffung und Kontrolle sämtlicher staatlichen Institutionen, Milliadäre als Minister, FBI und CIA werden gleichgeschaltet, dem reichsten Mann der Welt ist es egal. ob in Afrika ein paar Hunderttausend Kinder an Hunger sterben. Wenn jemand eine Politk füe das obere 10% der Bevölkerung will, wer will, dass unsere Kultur wieder völkisch wird, soll die AfD wählen. Vielleicht wird dann Frau Weidel ihren guten Freund Herrn Musk damit beauftragen, die deutschen Institutionen zu säubern .

    Thomas Thürer

    Organisator der Großdemo in München war der Verein „München ist Bunt“. Klar zu sehen war, das die Linke in Deutschland absolut Kampagnen- und Mobilstionsfähig ist. Und doch ist „München ist bunt“, der Blick auf die „Partner“ verrät es, eine Organisation gestützt von Bundes- und Stadtregierung. Wenn dort die CDU als neuer „Nazi“-Steigbügelhalter gebrandmarkt wird, heißt das nichts anderes, als das die Regierung gegen die Opposition demonstrieren lässt. Während zunehmend Fassnachts-Umzüge wegen zu hoher Sicherheitskosten abgesagt werden, konnte man in München bunt verkleidet denunzieren und den Hubschrauber muss der Veranstalter sicher auch nicht zahlen. Wenn gejubelt wird, auch wenn man die Profi-Protestler gar nicht versteht, spricht das für sich selbst. Es stört auch nicht, das in D noch weniger Grün als in Ö FPÖ gewählt wurde und die trotzdem an der Macht sind. Dann noch ein paar Fake-News dazu. Aber noch entscheiden in einer Demokratie Mehrheiten und nicht die Lautesten, also noch

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    Burghard Deichmann

    Die lautesten sind oft die von der CSU. Das sind die, die in Bayern seit ca. 70 Jahren an der Macht sind. Skandale ohne Ende und die unfähigsten Minister die Berlin je gehabt. Eine Aufzählung einer Namensliste erspare ich mir )Masken Maut usw.

    Thomas Thürer

    Sehr geehrter Herr Deichmann Die CSU ist seit 70 Jahren dabei, weil sie gewählt wurde. Das nennt man Demokratie. Und mit den Skandalen nehmen sich die, die seit 70 Jahren dabei sind, nix. In die Aufzählung müssten dann auch Guillaume, Graichen, SMS-Pharma-Deal, Aktentasche, Wahlen-zurücknehmen, Angriffskrieg in Jugoslawien, Neue Heimat, Ahrtal usw. usw. Nur hat das alles gar nix mit der aktuellen Hysterie, genannt „Kampf gegen den Faschismus“ zu tun.

    Wolfgang Steger

    Herr Thürer, in München wurde gegen die AfD demonstriert, was Sie natürlich stört. Durch Ihre Abstimmung letzte Woche mit der Afd entwickelt sich die CDU natürlich zum Steigbügelhalter der AfD , denn wer hat davon denn am meisten profitiert ? Wenn Sie schon nach Österreich schauen, da hat ÖVP noch vor einem halben Jahr jegliche Zusammenarbeit mit der FPÖ ausgeschlossen und jetzt wird sie Juniorpartner der FPÖ in einer Koalition . Noch eine kleine Randbemerkung. Seit Jahren wissen Sie immer noch nicht, wann man das oder dass setzt.

    Thomas Thürer

    Sehr geehrte Herr Steger, das Motto der Demonstration war „ Demokratie braucht DICH!“ Im Aufruf steht kein einziges Mal das Kürzel AfD. Ja was den nun? Wissen Sie selbst nicht, wofür oder wogegen Sie demonstriert haben? Dann ihre üblichen persönlichen Unterstellungen: „ was Sie natürlich stört.“ Wo habe ich das zum Ausdruck gebracht? Genau - nirgends. Und seit wann legen Sie Wert auf die Einhaltung von politischen Versprechen? „Keine Waffen in Krisengebiete!“ z.B. ist ja auch nicht eingehalten worden. Und was genau ist in Österreich passiert? Der Wähler hat gewählt und die beiden stärksten Parteien bilden eine Regierung. Das nennt man Demokratie. Das das Ergebnis der Wahl den Verlierern nicht beliebt, gehört zum demokratischen Spiel dazu. Und in München waren die auf der Straße, deren Parteien die fürchterlichste Wahlniederlage in der Geschichte der BRD bevor steht. Und ich glaube, dieses Wissen stört die Demonstranten massiv.

    Rainer Kraus

    Zum Glück gibt s in Deutschland noch 80 Millionen, die sich nicht instrumentalisieren lassen.

    Hans Peter Fuchs

    Menschen die für die Regierung demonstrieren. Früher demonstrierte man gegen die Regierung.

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    Walter Koenig

    Seit wann regiert die AfD, Herr Fuchs?

    Reiner Spannagel

    Herr Koenig, Sie haben es nicht verstanden. Ich sehe es wohl ähnlich wie Herr Fuchs. Diese Demonstrationen sind an Spießigkeit nicht mehr zu toppen.

    Wolfgang Steger

    Herr Fuchs, Sie haben es nicht verstanden. Die Menschen demonstrieren nicht für etwas, sondern gegen etwas, nämlich die AfD.

    Thomas Thürer

    Hallo Herr Fuchs. Ich muss Sie ein wenig korrigieren. „Früher“ in der DDR gab es auch die Aufmärsche und Demonstrationen der „Hunderttausenden“ für die Regierung. Und in dem „Früher“ vor der DDR gab es das auch. Da waren die „Lichtermeere“ am Brandenburger Tor aus Fackeln.

    Robert Miehle-Huang

    Natürlich sind Demonstrationen gegen die rechte Brut alles andere als spießig. Wie kommen Sie bloß darauf, Herr Spannagel? Oder wollten Sie einfach nur die Demonstranten herabwürdigen? Das ist dann nicht spießig, sondern dumm und überheblich.

    Reiner Spannagel

    Einfache Frage: Wer ist mutiger? Jemand der sich öffentlich zur AFD bekennt oder wer auf dieser Demo ein Transparent in die Luft hält? Einfache Frage, einfache Antwort bitte

    Walter Koenig

    Wer sich öffentlich zur AfD bekennt, Herr Spannagel, der beweist nur, dass er wenig Bildung hat. Denn jeder Mensch mit einer guten Bildung weiß, dass die AfD weder Lösungen für Probleme hat, noch dass sie Interessen von Normalbürgern vertritt. Und ein gebildeter Mensch weiß auch, dass die AfD die Demokratie abschaffen will. Und da sich die AfD ja gern als einzige Wahrerin deutscher Interessen gibt, wird ihr mit solchen Demonstrationen gezeigt, dass sie nicht für diese Bürger spricht.

    Franz Xanter

    Näher betrachtet, stellt man fest, dass gezielt und bewusst die Demonstrationen in den Städten gegen Rechts aufgrund eigener Interessen der Organisatoren gelenkt werden. In München war der Verein Before die Fäden – angeführt von SPD-Stadträtin Micky Wenngatz für die Demo verantwortlich, in Berlin zeichnete der Verein Campact aus Niedersachsen verantwortlich, wobei Campact der Hauptgesellschafter von HateAid ist, einer Organisation, die seit 2020 über 2,5 Millionen Euro aus dem Bundesfamilienministerium von Lisa Paus erhalten hat, in Hannover wurde eine Demo durch "Omas gegen Rechts" durchgeführt, wobei Redner der CDU und der FDP bewusst ausgeladen wurden. Im Detail zeigt sich bei dieser Organisation, dass beträchtliche Mittel sowohl aus dem Bundeskanzleramt als auch aus staatlichen Förderprogrammen der Regierung kamen. Auch durch BUND wurde kräftig mitgemischt, mit finanzieller Unterstützung u.a. durch Herrn Habeck. Verwandtschaftliche Verflechtungen sind auch gegeben.

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    Robert Miehle-Huang

    Ja, und? 249.999 der 250.000 Teilnehmenden ist es komplett egal, wer die Organisatoren waren. Also was, Herr Xanter? Passt es Ihnen einfach nicht in den Kram, daß so viele kamen, um gegen die rechte Brut zu demonstrieren?

    Franz Xanter

    Sie scheinen die Intension und den Zweck nicht erkannt zu haben. Wenn auch oberflächig gegen Rechts demonstriert wurde, so wurde aber auch gegen andere und anderes plakativ und verbal agiert. Und dies sind nicht unerwünschte Aktionen der verschiedenen Organisatoren, welche zusätzlich bzw. im Kern ihre eigenen Absichten verfolgen. Mit einer nur gegen Rechts gearteten Demonstration hat dies nichts mehr zu tun. Interessant ist von jeher, welche politische Richtung hier bevorzugt werden soll; man muss nur z. B. auf die monetären Ströme seinen Blick richten, schon kann man erkennen, welche Partei Unsummen ausgibt. Unsummen an Steuergeldern wohlgemerkt.

    Robert Miehle-Huang

    "Mit einer nur gegen Rechts gearteten Demonstration hat dies nichts mehr zu tun." Was nichts weiter als eine Unterstellung ist. Ihnen passt es, wie schon dem Herrn Spannagel, schlicht und ergreifend nicht in den Kram, dass so viele gegen Rechtsaußen auf die Straße gehen. So sieht's doch aus…

    Stanislaw Cyganik

    Um jeglichen Zweifel an Ehrlichkeit der Demonstrierenden zu zerstreuen, gehören ab sofort Demos gegen Rechts ausschließlich von Rechts organisiert. Manchen hier Kommentierenden könnte man es offenbar nur so recht machen… :-).

    Robert Miehle-Huang

    Oh, der Herr Xanter hat wohl üblen Artikel in der BILD gelesen, den die BILD vom noch NIUS-Portal abgekupfert hat. Watson und der Spiegel zerlegen das BILD-Pamphlet genüsslich. Der Journalist Kuzmany vom Spiegel nannte den "Bild"-Artikel "ganz üble Stimmungsmache und der Versuch der Diskreditierung dieser Proteste". Und der Herr Xanter springt gleich darauf ein. Wie widerlich!

    Wolfgang Leonhard

    Dass die Demonstrationen von Hundertausenden anständiger Bürger für die Demokratie Eindruck auf die Rechten und Rechtsextremen machen, sieht man an der Vielzahl ihrer Kommentare. Das ist doch sehr erfreulich, oder?

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