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Tiny House kaufen? Das müssen Sie beim Standort beachten

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Tiny House kaufen? Das müssen Sie beim Standort beachten

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    Ein Tiny House kann nicht überall aufgestellt werden. Der Standort ist entscheidend.
    Ein Tiny House kann nicht überall aufgestellt werden. Der Standort ist entscheidend. Foto: lowphoto, stock.adobe.com (Symbolfoto)

    Wer sich ein Tiny House zulegen möchte, muss sich das im Vorfeld gut überlegen, denn die Liste an Vorgaben ist lang. Es gibt einige Fehler, die Käuferinnen und Käufer dabei machen können. Bei einigen fehlt zum Beispiel die zwingend erforderliche Baugenehmigung oder aber eine ordentlich angeschlossene Toilette. Und auch wegen des richtigen Standortes sollten sich Interessenten frühzeitig Gedanken machen.

    Tiny House in der Stadt oder auf dem Land: Was ist beim Standort zu beachten?

    Beim Standort des Tiny Houses sollten sich Interessenten genau überlegen, wo sie ihr Häuschen aufstellen wollen. In der Stadt seien die Grundstückspreise so hoch, dass es dort finanziell keinen Sinn mache, Grund und Boden zu erwerben, wenn darauf nur ein Tiny House stehen soll, das um ein Vielfaches im Wert niedriger ist, als das Grundstück, erklärt Peter Pedersen, Präsident des Bundesverbandes Mikrohaus. Eine Ausnahme gilt für sogenannte Baulückenkataster. Dabei werden Baulücken auserkoren, die normalerweise nicht verwertet werden können, aber grundsätzlich für den Immobilienbau geeignet sind, registriert. „Das ist Gold wert und in diesem Fall kann es sein, dass auch ein ganz kleines Grundstück interessant sein kann. Aber pauschal würde ich sagen, Tiny Houses gehören in die Peripherie, also in den ländlichen Bereich, wo noch genug Fläche ist“, sagt Pedersen.

    Übrigens: Wer ein Grundstück für sein Tiny House mietet oder kauft, muss aufpassen, denn im schlimmsten Fall ist das Häuschen dann weg.

    Tiny House aufstellen: Welche Besonderheiten gibt es beim Standort?

    Weiterhin ist es wichtig zu beachten, dass das Tiny House den speziellen geografischen Anforderungen entspricht. „In Bayern, vor allem im Bayerischen Wald, gibt es Schneelastzonen, ebenso im sächsischen Erzgebirge. In Baden-Württemberg vor allem im Großraum Tübingen muss immer wieder mit Erdbeben gerechnet werden und in Norddeutschland gibt es die Schwierigkeit von Orkanen an der Küste, die bis zu 130 km/h schnell werden können“, erläutert Pedersen.

    Bei einem Bau eines Tiny Houses in Ammerbuch im Landkreis Tübingen etwa hat Pedersen zwei Baugenehmigungen begleitet, die sehr aufwändig gewesen sind: „Die mussten Betonklötze unter das Tiny House setzen, damit es nicht verrutschen kann und das hat richtig Geld gekostet“. In solch besonderen Gegenden ein Tiny House zu errichten, werde richtig teuer, da dort besonders auf die Statik geachtet werden müsse.

    Wenn es um den Standort beim Tiny House geht, dann sollten sich Interessenten also an Fachleute wenden. „Die grundsätzliche Schwierigkeit ist, dass die Leute glauben, sie können alles alleine.“ Allerdings wissen Laien oft gar nicht, wie das Tiny House in einer bestimmten Gegend ausgestattet sein muss. Architekt und Statiker sind in diesem Fall notwendig. Der Architekt prüft, für welche Risikogebiete das Tiny House gemacht ist und stellt dann den nötigen Bauantrag. „Er haftet dann auch für die Richtigkeit“, erklärt Pedersen. Der Bauunternehmer müsse aber in der Folge auch genau so bauen, wie es vorgesehen war, sonst gehe die Haftung auf ihn über.

    In der bayerischen Bauordnung gibt es hingegen noch einen Sonderfall, der immer wieder zu Falschmeldungen umgedeutet wird. Gemeint sind sogenannte verfahrensfreie Bauvorhaben, die in Artikel 57 Bayerische Bauordnung (BayBO) geregelt sind. „Es macht die Runde, dass Gebäude, die einen Rauminhalt von weniger als 75 Kubikmetern haben, ohne Baugenehmigung aufgestellt werden dürfen. Das ist allerdings nur die halbe Wahrheit“, erklärt Pedersen.

    Verfahrensfrei heiße, dass Betroffene einen Bauantrag stellen müssen, dieser aber nicht genehmigt werden muss, da diese dann das Risiko und die Haftung übernehmen, dass alles richtig ist. Wenn der Bau später geprüft werde, müssen alle Bauunterlagen nachgewiesen werden. „Den Leuten wird aber oft erzählt, dass sie keine Baugenehmigung brauchen und machen können, was sie wollen und das ist einfach falsch.“ Solche Fake News werden oftmals in Facebook-Gruppen geteilt, wovor der Präsindet des Bundesverbandes Mikrohaus besonders warnt.

    Übrigens: In der Tiny House-Szene gibt es immer wieder Betrüger, die ihre Kunden um mehrere Zehntausend Euro bringen. Käufer sollten beim Kauf also besonders wachsam sein. Zudem sind Tiny Houses oftmals teurer als gedacht.

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