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Warum Augsburg Datschiburg genannt wird und was Zwetschgendatschi damit zu tun hat

Kultur

Warum heißt Augsburg Datschiburg?

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    Augsburger werden oft als Datschiburger bezeichnet. Was das mit einem Zwetschgendatschi zu tun hat und wie man eigentlich einen richtigen Datschi herstellt, erklären wir Ihnen hier.
    Augsburger werden oft als Datschiburger bezeichnet. Was das mit einem Zwetschgendatschi zu tun hat und wie man eigentlich einen richtigen Datschi herstellt, erklären wir Ihnen hier. Foto: Jörn Rynio, dpa

    Die schwäbische Hauptstadt Augsburg hat im Volksmund viele Kosenamen und zum Teil auch ganz gängige Bezeichnungen erhalten. Fuggerstadt, Kopfsteinpflaster-City und Datschiburg sind nur eine kleine Auswahl. Wenngleich die ersten Beiden sich beinahe von selbst erklären, ist die Ethymologie des Namens Datschiburg nicht eindeutig geklärt. Wir versuchen Ihnen dennoch die wahrscheinlichste Herkunft aufzuzeigen und gehen auch auf eine kleine Besonderheit ein.

    Warum heißt Augsburg Datschiburg? Woher die Bezeichnung stammt

    Bereits auf die Mitte des 19. Jahrhunderts, genauer gesagt um das Jahr 1846 herum, lässt sich der Begriff Datschiburger für die Bewohnerinnen und Bewohner Augsburgs zurückfühern. Damit liegt es auch gedanklich nicht in allzuweiter Ferne, dass die Stadt Augsburg selbst, mal mehr mal weniger häufig, als Datschiburg bezeichnet wurde. Bei einem Datschi handelt es sich um ein überregional bekanntes schwäbisches Blechgebäck aus Hefeteig, welches mit jeweils saisonalem Obst belegt wird und anschließend eine Schicht aus knusprigen Streußeln erhält. Durch den Backvorgang tritt aus den entsprechenden Obstsorten die Fruchtsäure sowie der Fruchtzucker aus, sodass sich der Datschi im genussfertigen Zustand dadurch auszeichnet, dass der Boden von unten schön kross gebacken und an den Kontaktstellen mit den Früchten eine weitestgehend teigige Konsistenz beibehält. Dieses "Teigige", beziehungsweise die Präferenz der Augsburgerinnen und Augsburger für dieses Gebäck, bescherte wohl den eingängigen Namen Datschiburg, der bis zum heutigen Tag Verwendung findet. Die teigige Lethargie, die den Bewohnerinnen und Bewohnern von Augsburg angedichtet wurde und vielleicht auch heute noch nachgesagt wird, haben diese zu ihrem Vorteil genutzt. Schließlich können nur die wenigsten Städte im deutschen Sprachraum von sich behaupten einen allgemein anerkannten und traditionsreichen Kosenamen zu besitzen. 

    Datschiburg: Was macht einen echten schwäbischen Datschi eigentlich aus?

    Wenn man zehn verschiedene der berühmten schwäbischen Hausfrauen nach ihrem Datschi-Rezept fragt, wird man bestimmt mindestens so viele Antworten erhalten. Schließlich wird die Tradition des "Datschimachens" seit Jahrhunderten von Generation zu Generation weitergegeben. Kein anderes Gebäck hat auch nach so vielen Jahren noch derart wenig seines Glanzes verloren - zumindest wenn es nach der Meinung der Augsburger und Augsburgerinnen geht. Nicht nur bei Augsburger Gastronomen, sondern auch weit über die Stadtgrenzen der Fuggerstadt hinaus, findet man je nach Saison verschiedene Datschivariationen auf den Speisekarten. Sei es ein klassischer Zwetschgendatschi, ein herbstlicher Apfeldatschi oder eine mediterrane Variante mit Datteln und Feigen. Der Kreativität der Datschibäckerinnen und Datschibäcker ist keine Grenze gesetzt. Das Einzige auf das sich wohl alle einigen können ist, dass der Datschi zuhause am besten schmeckt - schließlich bäckt der eigene Ofen stets am Besten - und, dass man als Grundlage einen Hefeteig verwenden muss.

    Das Rezept für einen klassischen Zwetschgendatschi

    Zutaten

    Der Hefeteig für einen Zwetschgendatschi besteht aus:

    • 200 ml Milch
    • 50 g Butter
    • 350 g Weizenmehl (Typ 405)
    • 50 g Zucker
    • 2 Eier

    Für den Belag benötigen Sie etwa 800 g Zwetschgen

    Für den Streuselteig benötigen Sie:

    • 100 g Weizenmehl (Typ 405)
    • 50 g Zucker
    • 1 Packung Vanille Zucker
    • 100 g weiche Butter

    Zubereitung

    1. Den Ofen auf 180 Grad Celsius vorheizen.
    2. Die Milch in einem kleinen Topf erwärmen und die Butter einrühren.
    3. Das Mehl und die Hefe in einer großen Schüssel vermengen.
    4. Den Inhalt des Topfes, die Eier und den Zucker in die Schüssel hinzufügen und zu einem Teig kneten.
    5. Die Schüssel abgedeckt an einen warmen Ort (beispielsweise eine Fensterbank) stellen bis der Teig aufgegangen ist.
    6. Die Zwetschgen waschen, entkernen und längs halbieren.
    7. Die Zutaten für den Streuselteig in eine andere Schüssel geben und zu groben Streuseln vermengen.
    8. Etwa 30 Minuten warten.
    9. Den Hefeteig aus der Schüssel nehmen, ausrollen und auf einem mit Backpapier belegten Backblech verteilen.
    10. Die Zwetschgen auf dem ausgerollten Teig verteilen.
    11. Die Streusel auf die Zwetschgen legen.
    12. Für etwa 25 Minuten backen.
    13. Lauwarm genießen.

    Ein weiteres Rezept für Zwetschgendatschi finden Sie in unserem Zuckerguss-Artikel.

    Weitere Verwendung des Namens Datschiburg in Augsburg

    Die Bezeichnung Datschiburg ist mittlerweile so in den Köpfen der Augsburgerinnen und Augsburger verankert, dass auch einige Vereine und Gruppierungen den Namen Datschiburg als Herkunftsbezeichnung verwenden. Als Beispiele sind an dieser Stelle der Hundesportverein Datschiburg sowie die Benefizfußballmannschaft Datschiburger Kickers zu erwähnen.

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