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Reinhard Kammler: Festschrift würdigt sein Lebenswerk für die Augsburger Dommusik

Neuerscheinung

Zum Ruhme des Domsingknaben-Gründers: Eine Festschrift für Reinhard Kammler

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    Reinhard Kammler.
    Reinhard Kammler. Foto: Ulrich Wagner, Archivbild

    Der Umschlag in Nachtblau, das Buch selbst in Leinen gebunden und mit goldgeprägten Lettern, schweres Papier im Innern und gleich auf einer der ersten Seiten eine auf Latein verfasste Widmung, die in ihrer barocken Üppigkeit auch einem Regenten anderer Disziplin wohlangestanden hätte: Die Festschrift für Reinhard Kammler, betitelt mit „Cantate Domino“, macht schon durch ihren äußeren Auftritt etwas her. Entsprechend überrascht war der frühere Domkapellmeister und langjährige Leiter der Augsburger Domsingknaben, als er den gewichtigen Band anlässlich seines 70. Geburtstags überreicht bekam.

    Eine Festschrift würdigt das Wirken ihres Widmungsträgers, und das tut der von Johannes Isépy und Péter Isépy herausgegebene Sammelband in vielerlei Hinsicht. Da werden in einem biografischen Abriss Kammlers zahlreiche Verdienste um die Augsburger Dommusik ebenso gewürdigt wie in mehreren Beiträgen, teils in erschöpfender Ausführlichkeit, die historischen Spuren der Musica sacra am Augsburger Dom nachverfolgt. Näher an die Geschichte der von Kammler gegründeten Domsingknaben rückt Johannes Isépys historische Studie über „Kapellknaben und Marianer“ am Augsburger Dom, gewissermaßen Vorläufer des heutigen Knabenchors.

    Wissenschaftlicher Anspruch, persönliche Erinnerung

    Der Festschrift insgesamt tut es gut, dass zwischen allgemein gehaltenen Beiträgen (Guido Rodheut: Der Mensch und die Musik) und solchen mit wissenschaftlichem Anspruch – darunter Péter Isépys erhellende Studie zur Aussprache des Lateinischen in der römischen Liturgie und Kirchenmusik – auch solche sich finden, die Persönliches über die Begegnung mit dem Chorleiter und Menschen Kammler mitzuteilen haben, der zum Jahreswechsel 2019/20 in den Ruhestand getreten ist. Etwa Oliver Prölls einleitende Worte zu seinen Betrachtungen über die Gesangspädagogik bei den Domsingknaben. Andererseits vermag auch ein nicht näher mit den Augsburger Domsingknaben verbundener Musikliebhaber Gewinn zu ziehen aus einem Beitrag wie Markus Göppels Betrachtung der Bach-Aufführungspraxis bei den Domsingknaben „im Lichte Bach’scher Knabenchortradition“.

    Die Festschrift rundet sich durch eine Reihe von Aufsätzen über Weggefährten Kammlers, darunter etliche bereits aus dem Leben Geschiedene. Ein exquisiter Bildteil beschließt das Buch, das forthin als Kompendium von Reinhard Kammlers Wirken am Augsburger Dom gelten darf und bei einigen Themen auch darüber hinausweist auf die Besonderheit und Tradition des Gesangs von Knabenchören.

    Cantate Domino. Festschrift für Reinhard Kammler. Dominus-Verlag, 402 S., 34,95 €.

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