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Jubiläum: „Hallelujah“ für 20 Jahre: Schwäbischer Oratorienchor feiert Jubiläum

Jubiläum

„Hallelujah“ für 20 Jahre: Schwäbischer Oratorienchor feiert Jubiläum

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    Der Schwäbische Oratorienchor gestaltet seine Konzerte regelmäßig mit Orchestermitgliedern der Bayerischen Staatsoper – wie hier, bei einer Aufführung der „Missa Solemnis“ von Ludwig van Beethoven, im April 2016.
    Der Schwäbische Oratorienchor gestaltet seine Konzerte regelmäßig mit Orchestermitgliedern der Bayerischen Staatsoper – wie hier, bei einer Aufführung der „Missa Solemnis“ von Ludwig van Beethoven, im April 2016. Foto: Victor Prüfer

    Vor genau 20 Jahren wurde der Schwäbische Oratorienchor in Augsburg gegründet. Das darf gefeiert werden, denn diese zwei Jahrzehnte wurden reich gefüllt mit zwei Konzerten pro Jahr, mit anspruchsvoller Chorliteratur, die von den Zuhörern begeistert bejubelt wurden. Zur Feier greift der Projekt-Chor mit dem großen Repertoire nun auf das Werk seines ersten Konzertes zurück. Nach 20 Jahren wird erneut Händels „Messiah“ gesungen, wieder in Evang. St. Ulrich. Doch diesmal nicht mit 38 Chorsängern und Chorsängerinnen, sondern mit 90. Ein Zeichen für die hohe Anziehungskraft dieses Chors.

    Stefan Wolitz leitet den Schwäbischen Oratorienchor

    Chorleiter Stefan Wolitz, inzwischen 50 Jahre alt, leitete auch damals schon mehrere Chöre in Schwaben. Das langjährige Chorvorstandsmitglied Georg Rapp aus Kutzenhausen erinnert sich gut an den Wunsch nach einem neuen Chor mit mehr Möglichkeiten damals: „Wir wollten einfach auch mal die großen Oratorien singen.“ Und in Augsburg lebte damals noch immer die Erinnerung an den „Augsburger Oratorienchor“, der vor dem Weltkrieg legendäre Konzerte sang. Auch Wolitz sah hier die Chance, die großen bekannten Werke wie die Oratorien Händels und Mendelssohns oder Messen von Bach, Mozart und Beethoven zu singen. Aber Wolitz streute neben die gängige Literatur auch seltene Perlen wie Max Bruchs „Moses“ und Dvoráks „Heilige Ludmilla“, die man sonst nicht zu hören bekommt.

    Dabei gelang es ihm von Anfang an, das Niveau hoch anzusetzen. Er holt stets junge hohe Stimmen in den Sopran und Tenor, kombiniert sie mit erfahrenen Sängern und kann so auch nach zwei Jahrzehnten noch alle Stimmgruppen in Spitzenqualität besetzen. „Mir geht es immer darum, ein homogenes Ganzes zu bilden“, so Wolitz, der sich ganz der Musik verschrieben hat und diese Begeisterung gern weitergibt. „Mein Ziel ist doch ein Chor, der selbst Freude an Farben und Klängen hat.“ Dabei hilft es ihm, dass so viele der „Laien“ Erfahrung aus anderen Chören oder Gesangsunterricht mitbringen und gut vorbereitet zu den Proben kommen.

    So arbeitet der Schwäbische Oratorienchor an großen Werken

    Dass Wolitz nicht nur ein begnadeter und sehr präziser Musiker, sondern auch ein herausragender Pädagoge ist, bestätigen die Sänger und Sängerinnen des Chores. Denn die üppigen romantischen und barocken Chorwerke sind eine große Herausforderung für alle. „Er erarbeitet das aber sehr gut und sehr genau mit uns“, schwärmt Thomas Böck, der seit gut 16 Jahren bei den Schwaben mitsingt. „Und dieses Repertoire kann sonst niemand hier bieten, das ist hier einmalig!“

    Seit zwanzig Jahren ist auch der Physiker André Wobst im Tenor, ein anspruchsvoller Chorsänger, der auch viel Zeit in die Gestaltung der Homepage und des Konzertprogramms sowie in die Organisation investiert. „Mir geht es auch um den hohen kulturellen Wert, der die viele Arbeit rechtfertigt“, begründet er sein Engagement. „Wir haben nur fünf Wochenenden, um ein Werk zu erarbeiten, aber das Ergebnis ist einfach ein Erlebnis für jeden.“ Für ihn ist Wolitz ein Motivator, der zwar streng ist, aber aus den Sängern wie auch den Musikern des renommierten Bayerischen Staatsorchesters alles herauskitzelt, bis es beim Konzert perfekt zusammenklingt. „Da freut sich dann jeder, beim nächsten Projekt wieder dabei zu sein“, auch wenn das bei einigen bis zu 100 km Anreise bedeutet.

    Zum Jubiläum singen sie Händels "Messiah"

    „Es braucht Leidenschaft“, so erklärt Wolitz seine Arbeit. Aber der Anspruch gilt auch für das Singen im Chor – Begeisterung, mit Geduld und Ausdauer. Dazu kommt das Interesse an den großen Werken des Barock und der Romantik. „Wir hatten bisher eine reiche musikalische Tafel gedeckt, aber es ist ja auch noch so vieles möglich“, schwärmt er von zukünftigen Projekten. „Es ist doch auch eine Gnade, in einer solchen Gemeinschaft ein Kunstwerk so zu erarbeiten, dass man es als Schatz mit sich herumträgt!“

    Konzert Für das Jubiläumskonzert mit Händels „Messiah“ am Sonntag, 15. Mai, um 19 Uhr, in Evang. St. Ulrich gibt es noch Karten.

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