Die Augsburger Berufsfeuerwehr hat am Freitag ein kleines Waldkauz-Küken aus einer misslichen Lage befreit. Das gefiederte Jungtier war zuvor offenbar aus seinem Nest am Klausenberg auf den Boden geplumpst. Das Küken hatte „noch zu wenige Federn und auch noch nicht so koordinierfreudige Beinchen“, erklärte Feuerwehrsprecher Friedhelm Bechtel den wohl misslungenen Flugversuch in einer Mitteilung.
Waldkauz-Küken plumpst in Augsburg aus seinem Nest und muss gerettet werden
Ein Anwohner hatte den kleinen Kauz auf dem Boden entdeckt und die Feuerwehr verständigt. Die zu Hilfe gerufenen Einsatzkräfte rückten mit ihrem Kleinalarmfahrzeug an, das mit Keschern, Boxen und Bissschutz-Handschuhen für tierische Rettungsaktionen aller Art ausgestattet ist.
Tatsächlich lernen Feuerwehrleute bereits in ihrer Grundausbildung, wie sie mit wilden Tieren umgehen oder sie fangen können, sagte Sprecher Manuel Kumpfmüller auf Anfrage. „Das ist auch nötig, denn Tiereinsätze gibt es täglich, oft sogar mehrfach.“ Darunter seien aber schätzungsweise höchstens zwei- bis dreimal im Jahr Greifvögel oder Eulen. Die Belegschaft der Berufsfeuerwehr lässt sich für alle Eventualitäten regelmäßig weiterbilden, zuletzt zum Beispiel im Reptilienhaus des Augsburger Zoos.
Feuerwehr rettet Waldkauz am Klausenberg und tauft ihn „Schorre“
Spezialhandgriffe dieser Art waren in diesem Fall nicht nötig. Das Waldkauz-Küken leistete keinen Widerstand. „Es war zum Glück unverletzt“, wie die Feuerwehrleute laut Kumpfmüller vor Ort feststellen konnten. Das Nest, aus dem der junge fast kugelrunde Vogel offenbar herausgefallen war, fanden die Einsatzkräfte am Klausenberg allerdings nicht wieder. Eine große Suchaktion war nicht möglich, weil dafür eine Drehleiter hätte aufgestellt werden müssen.

Also nahm die Feuerwehr den kleinen Waldkauz unter ihre Fittiche und brachte ihn in ein Augsburger Tierheim. Unterwegs tauften sie das Jungtier „Schorre“, aber mehr aus Jux, sagte ein Sprecher - und „weil er so geschaut hat“. Für den gefiederten Freund war die Reise damit allerdings noch nicht vorbei. Weil das Tierheim nicht über die richtige Ausstattung für junge Greifvögel und Eulen verfügt, musste die Feuerwehr umdisponieren und das Waldkauz-Küken zu einem Spezialtierarzt für Exoten bringen.
Dort wurde „Schorre“ aufgenommen und erholt sich derzeit noch. Sobald das Jungtier wieder vollständig auf den Beinen ist, geht es für ihn in ein neues Zuhause, ein Spezial-Tierheim für Vögel aller Art in München.

Danke der Augsburger Feuerwehr.?
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