Mit unserer Reihe „Augsburger Anekdoten“ erzählen wir kleine Geschichten mitten aus dem Leben unserer großen Stadt.
Abflug mit der Rakete. Eine Rakete war am Freitag auf dem Rathausplatz gelandet. Das 18 Meter lange Raumfahrzeug zog viele neugierige Blicke auf sich. Zur Freude der Schaulustigen blinkte sie auch noch. Ein neuer Coup des Stadtmarketings, um mehr Menschen in die City zu locken? Natürlich nicht. Hinter dem vermeintlichen Flugkörper steckte ein begehbarer Weltraumsimulator, der anlässlich des bundesweiten Tags der Raumfahrt präsentiert wurde. Schade eigentlich. Der ein oder andere Augsburger soll schon überlegt haben, wen er alles damit zum Mond schießen würde. Eine einfache Fahrt hätte dafür vermutlich nicht ausgereicht.
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Kurzer Weg zum Klo. Die Sanierung der Schulen FOS/BOS/RWS ist eines der größten Bauprojekte in Augsburg. Der Schulbetrieb geht weiter, unterrichtet wird in Containern. Bei der Bürgerversammlung in der Aula erhielten zumindest Männer Einblick in den Schulalltag. Dies taten sie aber nur, als sie den Weg zur Toilette antraten. Ein Schild an der Tür informierte über die Zustände: „Da Urinale immer wieder mit Fremdgegenständen verstopft werden, bleibt dieses WC bis auf Weiteres für RWS-Schüler gesperrt.“ Nur ausnahmsweise war die Toilette an diesem Abend geöffnet.
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In Schieflage. Das Leben besteht immer wieder aus Schieflagen, die es zurecht zu ruckeln gilt. Diese Laterne am Moritzplatz hat sicherlich schon standhaftere Zeiten in Augsburg gesehen. Wer den Anstoß ihrer Neigung gegeben hat, ist unklar. Jedenfalls scheint sie der Philippine-Welser-Straße zugeneigter zu sein, als dem Moritzplatz. Vielleicht möchte sie den Passanten einfach sagen: Kommt, besucht die schöne Einkaufsstraße, bevor dort weitere Geschäfte verschwinden. Wenn uns das Leben eines lehrt: Mit vereinten Kräften geraten viele Schieflagen wieder ins Lot. Vielleicht gilt das auch für die Laterne.
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