Verbraucher müssen in Kürze mehr für Milch, Butter und Quark bezahlen. Wie die Lebensmittel-Zeitung berichtet, konnten die Molkereien bei jüngsten Verhandlungen Preiserhöhungen durchsetzen. Danach soll Trinkmilch Anfang Mai bei Aldi um vier bis fünf Cent teurer werden, wo sie derzeit 54 Cent beziehungsweise 60 Cent kostet. Über das gesamte Milchfrische-Sortiment sollen die Preise um zehn Prozent steigen. Butter dürfte demnach die Grenze von einem Euro überschreiten. Traditionell orientierten sich die anderen Supermarktketten an den Aldi-Preisen.
Das Milchangebot ist knapp, die Nachfrage hoch
Beim Milcherzeugerverband Bayern geht man davon aus, dass die Landwirte bald mehr Geld bekommen. „Die Marktentwicklung wird in den kommenden Monaten einen deutlichen Anstieg der Preise ermöglichen“, betont der Vorsitzende Leonhard Welzmiller. Schließlich ist, wie Geschäftsführer Hans-Jürgen Seufferlein betont, das Milchangebot derzeit knapp, die Nachfrage nach Milchpulver, Käse, Butter und Frischmilch aber weltweit hoch.

Beim Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM) spricht man von einem Nachholbedarf. „Es ist höchste Zeit, dass sich die Molkereien beim Handel durchsetzen“, sagt Sprecher Hans Foldenauer. Schließlich benötigen die Landwirte höhere Einnahmen, nachdem sich Futtermittel, Dünger und Energie deutlich verteuert hatten. Nach Angaben des BDM brauchen die Bauern 50 Cent pro Kilo Milch, um kostendeckend arbeiten zu können. In den vergangenen Monaten lagen die Auszahlungspreise in Bayern bei 34,5 Cent.
Der Käse wird erst später teurer
Allerdings dürften nicht alle Landwirte gleichermaßen von den Preissteigerungen profitieren. Teurer sollen zunächst nur Milch, Butter, Quark und Sahne werden. 50 Prozent der Milch im Freistaat werden aber zu Käse verarbeitet. „Hier kommt die Preiserhöhung erst zeitversetzt“, sagt Seufferlein.