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Lieber kein Geld von Amazon

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Lieber kein Geld von Amazon

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    Es ist ein paar Wochen her, da erhielt Erwin Helmer, Diözesanpräses bei der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) einen Brief. Die KAB erfülle alle Kriterien, um künftig von Spendengeldern zu profitieren. Die an sich gute Nachricht hatte einen Haken: Sie kam von Amazon.

    Der Versandhändler bietet seinen Kunden an, bei ihrem Online-Einkauf ein halbes Prozent ihrer Einkaufssumme an eine soziale Einrichtung zu spenden. Das Geld überweist Amazon. Doch für Helmer kam der Vorschlag nicht infrage: „Wir äußern seit Jahren Kritik an Amazon“, sagte er und entschied sich stattdessen, einen offenen Brief an den Amazon-Chef und Gründer, Jeff Bezos, und den deutschen Amazon-Chef, Ralf Kleber, zu schicken. „Amazon hat ein Verständnis von Arbeit, mit dem wir uns nicht identifizieren können“, sagt Helmer. Und in dem Schreiben heißt es: „Wir lehnen es ab, als Spendenempfänger von Amazon betrachtet zu werden. Bitte streichen Sie uns von Ihrer Liste.“

    Der Grund: Die KAB unterstützt von Anfang an die Streiks der Amazon-Belegschaft in Graben bei Augsburg. „Bislang waren das zwischen 70 und 80 Streiktage. Und wir wollen einen Tarifvertrag für die Beschäftigten“, sagt Helmer. Doch der US-Konzern lehne Tarifverträge und auch die Zusammenarbeit mit Gewerkschaften ab, so Helmer. „Dazu kommt, dass wir immer wieder unschöne Dinge hören, was das Betriebsklima angeht.“ Menschen würden unter Druck gesetzt, zum Teil würden sogar Prämien bezahlt, damit Mitarbeiter den Konzern wieder verlassen. „Arbeit bedeutet für uns aber, dass man eine Heimat findet, sich mit dem Unternehmen identifiziert, sich weiterentwickelt und sicher fühlt“, sagt Helmer. Amazon äußerte sich bislang nicht zu dem Schreiben. (mit kna)

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