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Fan-Gewalt: Mit Steinen beworfen und dann von der Straße gedrängt

Fan-Gewalt

Mit Steinen beworfen und dann von der Straße gedrängt

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    Mit den Fans von Hansa Rostock gab es mal wieder Ärger.
    Mit den Fans von Hansa Rostock gab es mal wieder Ärger. Foto: dpa

    Jagdszenen an der Ostsee: Die Rostocker Polizei spricht von einer neuen Dimension der Gewalt. Die Eintracht-Fans werden vom DFB ihrerseits vom nächsten Auswärtsspiel ausgeschlossen.

    Ein massiver Übergriff von vermummten Rostocker Chaoten auf Fans von Eintracht Frankfurt sorgt für bundesweites Aufsehen. Mit ihrer nächtlichen Attacke und einer lebensbedrohlichen Verfolgungsjagd haben gewaltbereite Anhänger von Hansa Rostock die Sicherheitsdebatte im deutschen Fußball wieder aufflammen lassen. "Es gab schon Übergriffe auf gegnerische Fans vor Fußballspielen. Aber in dieser massiven Form ist das hier noch nie vorgekommen", sagte Rostocks Polizeisprecherin Dörte Lembke am Montag der Nachrichtenagentur dpa.

    Vor Wochenfrist hatte bereits eine Autobahn-Attacke gewaltbereiter Kölner Anhänger auf einen Fan-Bus von Borussia Mönchengladbach für bundesweites Aufsehen gesorgt. Die Eintracht-Fans sind ihrerseits vom nächsten Auswärtsspiel am 26. März beim 1. FC Union Berlin ausgeschlossen worden. Grund sind die Vorkommnisse in Düsseldorf am 13. Februar, wo Eintracht-Fans Rauchbomben und Feuerwerkskörper gezündet hatten, so dass die Partie verspätet begann. Der Club teilte mit, er akzeptiere das Urteil des DFB-Sportgerichtes vom Montag.

    Härtere Maßnahmen gegen Gewalttäter gefordert

    Die jüngsten Vorfälle in Rostock sind Wasser auf die Mühlen von Politik und Polizei, die härtere Maßnahmen gegen Gewalttäter im Fußball fordern. "Die Möglichkeit der Einführung von personalisierten Tickets wird derzeit von der Politik und den Sicherheitsbehörden geprüft bei Vereinen, bei denen es immer wieder zu Gewaltexzessen der Fans kommt", sagte Polizeioberrätin Katja Kruse, stellvertretende Leiterin der Zentralen Informationsstelle Sporteinsätze (ZIS), der Sport Bild (Mittwoch-Ausgabe).

    In der Nacht von Samstag zu Sonntag hatten sieben Eintracht-Fans eine neue Dimension der Gewalt erlebt. Nach einem Restaurantbesuch in Warnemünde wurde die Gruppe aus dem nordhessischen Bad Hersfeld zunächst mit Steinen und Flaschen beworfen.

    Auf ihrer anschließenden Flucht wurden die Frankfurter Fans von vermummten Chaoten in drei Autos verfolgt. Auf der Rostocker Stadtautobahn versuchten die Verfolger, den Kleinbus von der Straße zu drängen und brachten die Eintracht-Anhänger damit in eine lebensbedrohliche Situation.

    "Die Jungs hatten richtig Angst. Und die kommt jetzt erst richtig hoch", berichtete Bernhard Beier, Vorsitzender des Eintracht-Fanclubs in Bad Hersfeld, am Montag in einem Telefoninterview des Senders Hitradio FFH. Der Vorfall habe nichts mehr mit Fußball zu tun. "Das war einfach nur eine kriminelle Handlung."

    Frankfurt und Rostock verurteilen Attacke

    Die per Notruf zu Hilfe gerufenen Beamten konnten sechs Täter festnehmen, gegen die ein Ermittlungsverfahren wegen Landfriedensbruch und gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr eingeleitet wurde. Bei einer Hausdurchsuchung am Sonntag wurden bei den sechs Verdächtigen im Alter von 17 bis 27 Jahren, die der gewalttätigen Fußballszene in Rostock zugerechnet werden, Rechner und Vermummungsmaterial beschlagnahmt.

    Die Vereine verurteilten die Attacke auf das Schärfste. "Eintracht Frankfurt ist erleichtert, dass keiner der involvierten Fans verletzt wurde und ein Teil der Täter von der Polizei aus Rostock bereits ermittelt werden konnte", teilten die Hessen am Montag mit. "Hansa Rostock verurteilt derartige Vorkommnisse auf das Schärfste. Wir sind bestürzt, aber auch froh, dass die Täter gefasst worden sind", sagte Hansa Rostocks Sprecher Lorenz Kubitz.  (dpa)

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