Guttenberg will nicht zurück: Ex-Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg hat Spekulationen um seine Rückkehr in die Bundespolitik zurückgewiesen. Die "Gerüchte" der vergangenen Wochen seien falsch, sagte Guttenberg am Donnerstag (Ortszeit) in Washington. Laut "Spiegel" sagte Guttenberg sogar, die Gerüchte seien "Quatsch".
Guttenberg: "Herausragender Staatsmann"
Der CSU-Politiker hielt in der US-Hauptstadt einen Vortrag über die Herausforderungen der transatlantischen Beziehungen bei der renommierten Denkfabrik "Center for Strategic and International Studies" (CSIS), dem er ehrenamtlich als "herausragender Staatsmann" angehört.
Seehofer wollte sich bemühen
Der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) hatte im Oktober erklärt, er wolle sich um eine Rückkehr Guttenbergs nach der Bundestags- und Landtagswahl im kommenden Jahr bemühen. Einem Artikel des "Spiegel" zufolge waren mehrere CSU-Politiker in den vergangenen Monaten damit gescheitert, Guttenberg dazu zu bewegen, 2013 erneut für den Bundestag zu kandidieren.
Die gescheiterten Kronprinzen der Union
Christian Wulff: Aufstieg und Fall lagen selten dichter beieinander als bei dem früheren Bundespräsidenten. Bis zu seiner Wahl zum Präsidenten im Juni 2010 galt Wulff als aussichtsreicher Kronprinz der Union. Als langjähriger niedersächsischer Ministerpräsident wurde er immer wieder für höhere Ämter gehandelt. Nur 20 Monate nach seiner Wahl zum Bundespräsidenten folgte im Februar der tiefe Sturz, als Wulff nach wochenlangen Debatten um mögliche Vorteilsnahme zurücktrat.
Karl-Theodor zu Guttenberg: Der CSU-Shootingstar war Deutschlands beliebtester Politiker und wurde als größter Hoffnungsträger der Union gehandelt. Doch dann stürzte Guttenberg über die Plagiatsaffäre um seine Doktorarbeit. Ende Februar 2011 erkannte die Universität Bayreuth Guttenberg den Doktortitel ab, kurz darauf trat der CSU-Politiker als Verteidigungsminister zurück.
Roland Koch: Im Mai 2010 kündigte Hessens Ministerpräsident überraschend seinen Rückzug von allen politischen Ämtern an. Koch war zeitweilig sogar als möglicher Kanzlerkandidat der Union gehandelt worden. Nach dem Ende seiner politischen Karriere zog es ihn in die Wirtschaft: Koch ist mittlerweile des Chef des Baukonzerns Bilfinger Berger.
Peter Müller: Der langjährige Saar-Ministerpräsident wurde Ende 2011 zum Richter am Bundesverfassungsgericht gewählt. Müller war es nach herben Stimmenverlusten nach der saarländischen Landtagswahl im Jahr 2009 noch gelungen, eine Jamaika-Koalition aus CDU, FDP und Grünen zu bilden. Doch seine Nachfolgerin Annegret Kramp-Karrenbauer kündigte das Bündnis Anfang des Jahres auf und steht nach vorgezogenen Neuwahlen nun an der Spitze einer großen Koalition aus CDU und SPD.
Jürgen Rüttgers: Wie Ex-Bundesumweltminister Norbert Röttgen musste der frühere NRW-Ministerpräsident Rüttgers eine schwere Wahlniederlage einstecken. Als sich nach der Wahl 2010 in Düsseldorf eine rot-grüne Minderheitsregierung gebildet hatte, zog sich Rüttgers aus der ersten Reihe der Politik zurück. Nachfolger als CDU-Landeschef wurde Röttgen, der dieses Amt nun auch wieder abgibt. Rüttgers arbeitet mittlerweile unter anderem für eine Anwaltskanzlei.
Ole von Beust: Im Juli 2010 verkündete der damalige Hamburger Bürgermeister seinen Rückzug vom Regierungsamt - und leitete damit indirekt das Ende des schwarz-grünen Bündnisses in der Hansestadt ein. Drei Monate nach seinem Rückzug aus der Politik kündigten die Hamburger Grünen ihr Bündnis mit der CDU auf. Bei der Wahl im Februar 2011 holte die SPD die absolute Mehrheit.
Friedrich Merz: Der frühere Fraktionschef galt einst als großer Hoffnungsträger der Union. Doch nachdem er im Jahr 2000 den Vorsitz der Unionsfraktion im Bundestag übernommen hatte, verlor er das Amt schon zwei Jahre später wieder. Nach der damaligen Bundestagswahl sicherte sich Parteichefin Merkel das Amt. Nach der Bundestagswahl im Jahr 2009 zog sich Merz aus der Politik zurück. Er arbeitet heute als Anwalt
Karl-Theodor zu Guttenberg: Lange Hoffnungsträger der Union
Guttenberg galt lange als größter Hoffnungsträger der Union, stürzte im Frühjahr 2011 aber über die Plagiatsaffäre um seine Doktorarbeit. Nach seinem Rücktritt zog er mit seiner Familie in die USA. Guttenberg sagte am Donnerstag, er sei derzeit "sehr glücklich" und denke nicht an ein Comeback. (afp, AZ)