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Blackout: Sonnenfinsternis 2015: Kommt es am Freitag zu Stromausfällen?

Blackout

Sonnenfinsternis 2015: Kommt es am Freitag zu Stromausfällen?

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    Eine totale Sonnenfinsternis, hier aus dem Jahr 2006, aufgenommen in der Türkei.
    Eine totale Sonnenfinsternis, hier aus dem Jahr 2006, aufgenommen in der Türkei. Foto: Epa Tolga Bozoglu, dpa (Archiv)

    Am Freitag gegen 9.30 Uhr wird es dunkel. Ein Schatten überzieht dann ganz Deutschland. Erst Aachen, dann Augsburg und München, dann Berlin. Der Mond schiebt sich vor die Sonne. Und etwa zweieinhalb Stunden lang verdeckt er bis zu 83 Prozent ihrer Fläche, ehe es wieder hell wird. Für viele Deutsche ist es ein Naturspektakel. Doch die Stromversorger machen sich ernsthafte Gedanken, denn es droht ein sogenannter Blackout: Die Sonnenfinsternis könnte die Stromversorgung in ganzen Regionen lahmlegen.

    Der Grund dafür sind die Solaranlagen. Sie liefern von einer auf die andere Minute keinen Strom mehr, sobald die Sonne hinter dem Mond verschwindet. Nach der Sonnenfinsternis gibt es bei gutem Wetter das umgekehrte Phänomen: Plötzlich wären sehr große Mengen an Solarstrom vorhanden - mittlerweile kommt an sonnigen Tagen so viel Energie aus Photovoltaik-Anlagen, wie sie 35 Großkraftwerke produzieren könnten. Diese Schwankungen können das deutsche Stromnetz aus dem Gleichgewicht bringen. Ganze Regionen könnten dann laut Netzbetreiber Amprion vom Strom genommen werden, um das Netz zu stabilisieren. Auch die Region Bayerisch-Schwaben?

    Sonnenfinsternis 2015: Wird der Freitag doch ein "gewöhnlicher Tag" für Netzbetreiber?

    So bereiten Sie sich auf einen Stromausfall vor

    Wie bereitet man sich auf einen Stromausfall vor? Wir geben Tipps.

    Ein Stromausfall kann uns jederzeit treffen. Die Folge: Radio, Kühlschrank, Ofen, Heizung, Licht, Herd, Tankstellen, Aufzüge, Telefon, Geldautomaten und viele andere Dinge fallen aus. Hier Tipps, wie Sie sich für den Fall der Fälle vorbereiten.

    Grundsätzlich sollte man immer in der Lage sein, mehrere Tage ohne Strom auskommen zu können - durch entsprechende Vorbereitung und Vorräte.

    Auf jeden Fall sollten Sie immer ausreichend Kerzen, Streichhölzer und Feuerzeuge im Haus haben.

    Auch Taschenlampen sollten bereit liegen. Mit mehrere Batterie-Sätzen. Vorsicht: Batterien haben nur eine begrenzte Lagerungsfähigkeit.

    Um kleinere Mahlzeiten ohne Strom kochen zu können, empfiehlt sich ein Spiritus- oder Trockenspirituskocher. Für Balkon- oder Gartenbesitzer kann ein Grill mit Grillkohle nützlich sein.

    Sie brauchen unbedingt ein Rundfunkgerät mit UKW und Mittelwelle, das auch mit Batterien betrieben werden kann. Denn im Ernstfall werden die Behörden über Radio informieren.

    Halten Sie immer einen Vorrat an Trinkwasser im Haus. Zwölf Liter pro Person sollten es sein, empfehlen Katastrophenschützer.

    Auch Brot, Konserven-Obst, Gemüse, Thunfisch, Würstchen, Speiseöl, Nudeln, Reis, Kaffee und H-Milch gehören zum Notvorrat, den jeder haben sollte.

    Fällt die Heizung (womöglich über mehrere Tage im Winter) aus, sollten warme Kleidung und Decken bereit liegen.

    Elektrogeräte, die zum Zeitpunkt des Stromausfalls liefen, müssen ausgeschaltet werden. Fließt der Strom wieder, kommt es nämlich sonst zu einem sogenannten Einschalt-Rush: Gehen viele Geräte auf einmal an, wird dem Netz in kurzer Zeit viel Strom entzogen, und dann fliegt die Sicherung raus. Eine Lampe oder ein Radio können aber anbleiben, um anzuzeigen, wenn der Strom wieder fließt.

    Noch mehr Informationen zum Thema gibt es beim Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), http://www.bbk.bund.de

    "Wir können nicht ausschließen, dass das passiert", teilt Dr. Andreas Preuß von Amprion auf Anfrage unserer Redaktion mit. Allerdings ließe sich nicht sagen, ob beispielsweise Augsburg von Stromausfällen betroffen wäre - oder ganz andere Regionen in Deutschland. Ohnehin soll es laut Preuß erst gar nicht soweit kommen: Amprion steuert sein Netz von Brauweiler (bei Köln) aus. Normalerweise wachen dort zwei Mitarbeiter über das Netz - am Freitag sollen es neun sein. Außerdem macht der Wetterbericht den Verantwortlichen Mut.

    Sollte der Himmel laut Prognose am Freitagmorgen von Wolken bedeckt sein, liefern die Solaranlagen keinen oder nur wenig Strom. Der Tag der Sonnenfinsternis wäre für die Stromversorger dann wie ein "gewöhnlicher Tag", so Preuß. Die deutschen Netzbetreiber Amprion, 50Hertz, Tennet und TransnetBW könnten verlässlicher planen, wie viel Energie in das Netz eingespeist wird. Die Schwankungen wären dann geringer und Stromausfälle unwahrscheinlich. Doch die Sonnenfinsternis löst noch einen weiteren Effekt aus: Sie entfacht eine alte Debatte nun neu.

    Experten und Behörden diskutieren darüber, wie die Stromversorgung im kommenden Winter gesichert werden kann. Wegen des beschleunigten Atomausstiegs sind immer weniger Kraftwerke am Netz. Inzwischen gibt es zwar vermehrt sogenannte grüne Energien, allerdings liefern sie je nach Witterung oder Sonnenschein unterschiedlich viel Strom.

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