Das Schicksal der Natascha Kampusch ist ab dem 28. Februar im Kino zu sehen. Der Film heißt "3096 Tage". So lange war die Österreicherin in den Fängen ihres Peinigers Wolfgang Priklopil. Welches Ausmaß die seelische Pein hat, die Natascha Kampusch erlitten hat und darunter immer noch leidet, lässt sich nur erahnen. Zum Beispiel wenn man das Interview liest, das die inzwischen 25 Jahre alte Kampusch der Bild gegeben hat.
Natascha Kampusch kann sich eigene Familie nicht vorstellen
In dem Interview sagt Natascha Kampusch , dass sie weder von Liebe, Familie, Geborgenheit noch Kindern träume. Sie habe noch Angst davor. "ich weiß nicht, ob ich jemals eine Familie haben werde", so Natascha Kampusch gegenüber der Boulevardzeitung.
Kampusch würde gerne Menschen helfen
Glücklich mache sie ihr Zuhause, wenn sie morgens ihren Ingwer-Tee reiben und im Fernsehen "How I met your mother" schauen könne. Das 25 Jahre alte Entführungsopfer sagt, dass sie am liebsten zum Friseur gehe und es sie glücklich mache jeden Abend für sich ein Bild zu malen. Die Natur hingegen verschaffe ihr keine Glücksgefühle. Auf die Frage, was ihr Traumberuf sei, antwortet Natascha Kampusch, dass sie gerne Menschen helfen würde, denen es schlechter gehe als ihr selbst. "Ich möchte etwas machen, das den Menschen nützt", so Kampusch in dem Interview. 3096 Tage (Teaser)
Thema Entführung wird ausgeblendet
Mit ihren Eltern redet sie kaum über ihre Erlebnisse in den mehr als acht Jahren in der Gewalt ihres Entführers. In ihrer Familie werde das Thema "immer ein bisschen ausgeblendet". Es sei für alle nicht leicht zu verarbeiten. "Wir reden über schöne Ereignisse vor der Entführung und über aktuelle Themen", sagte die 25-Jährige.
Natascha Kampusch war 1998 als Zehnjährige auf dem Schulweg entführt worden. Im August 2006 gelang ihr nach achteinhalb Jahren Gefangenschaft die Flucht aus dem Haus ihres Peinigers Wolfgang Priklopil. Dieser beging daraufhin Selbstmord. Der Film "3096 Tage" über die Entführung läuft ab dem 28. Februar im Kino. AZ/dpa