Der Franke Gustav Weißkopf war der erste Mensch, der flog. Bisher galten die Gebrüder Wright als die Pioniere des Motor-Fliegens. Orville und Wilbur Wright waren 1903 mit dem ersten bemannten Motorflug in die Geschichte der Luftfahrt eingegangen. Doch wie jetzt von Experten bestätigt wurde, war bereits zwei Jahre zuvor ein anderer Mann in der Luft gewesen. Ein Mann aus Mittelfranken: Gustav Weißkopf.
Gustav Weißkopf entwickelte in den USA als Gustave Whitehead Motoren
Gustav Albin Weißkopf ist sein ganzer Name. 1874 wurde er im mittelfränkischen Leutershausen bei Ansbach geboren und wanderte mit 21 Jahren in die USA aus, wo er sich mit dem Segelflug befasste und leichte Motoren entwickelte. In der neuen Welt nannte sich der gebürtige Mittelfranke Gustave Whitehead.
Am 14. August 1901 gelang Whitehead, was niemandem zuvor geglückt war: Er hob mit einem Motorflugzeug vom Boden ab. Das war in Bridgeport, Connecticut. Erst zwei Jahre später starteten die Gebrüder Wright ihren Flug in North Carolina, der bis heute als erster bemannter Motorflug galt.
Historiker forschte in Archiven nach dem ersten Flug von Gustav Weißkopf
Das war die Theorie der Anhänger von Gustav Weißkopf. Diese bestätigte nun der australische Flughistoriker John Brown. Monatelang durchstöberte er Archive und fand dort über 300 Zeitungsartikel, die Weißkopfs Arbeit dokumentieren.
Schließlich kam er zu dem Ergebnis, dass Weißkopf der Erste war, und nicht die Wrights.
Flug-Magazin bestätigt: Weißkopf war der Erste
Das Gütesigel bekam die Theorie nun von "Jane’s All the World’s Aircraft" verliehen. In dem Vorwort zur aktuellen Ausgabe des angesehen Magazins, setzt sich der Redakteur Paul Jackson mit den Erkenntnissen des Historikers John Brown auseinander, und gibt ihm Recht.
Jackson weist auch daraufhin, dass schon die allererste Ausgabe des Kompendiums lediglich als zwei der zahlreichen Luftfahrt-Pioniere darstellte – und nicht als die ersten Motorflieger der Welt.
Nun müssen die Geschichtsbücher neu geschrieben werden. AZ