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Goldene Worte

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Goldene Worte

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    Eher mittlerer Beliebtheit erfreute sich früher unter Journalisten "Das goldene Schreibmaschinenfarbband". Damit wurden gedrechselte Wendungen bedacht wie jene: "Jetzt darf man aber den Sand nicht in den Kopf stecken."

    Was bisher nicht genügend gewürdigt wird, sind Glanzleistungen von Politikern, die beim Schwingen von Reden zu viel Schwung entwickeln. Dabei gibt es schöne Beispiele von Hans-Ulrich Klose ("Wir pfeifen nicht nach ihrer Tanze!"), Andrea Ypsilanti (" ... wurde ich in Rüsselsheim als Sohn eines Opel-Arbeiters geboren") und Helmut Kohl. Der pries mal eine Koalition, "...in der wir pfleglich miteinander untergehen".

    Doch der größte Künstler seiner Zunft ist Silberzunge Edmund Stoiber. "Ich weiß, was es bedeutet, Mutter von drei kleinen Kindern zu sein", sprach er geschlechterübergreifend. Dazu passt auch jener schöne Satz: "Wenn heute eine Familie ein Kind bekommt, eine Frau mit ihrem Mann oder umgekehrt..." Er ist der Erfinder der Stoiber-Spirale, in der ein Satz nach vielen Umdrehungen dem Niemandsland zwischen Wahn und Sinn entgegenstürzt. Im Landesbank-Untersuchungsausschuss hat er jüngst wieder seine Meisterschaft bewiesen. Da sagte er: "Herr Haider, äh, der Vater des Wunsches ist hier der Gedankengang." Unnachahmlich! Wann wird endlich der "Goldene Ed-Mund" ins Leben gerufen, mit dem gesprochene Preziosen solchen Kalibers gewürdigt werden?

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