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Hohe Dunkelziffer: Rechtsmediziner: Unzählige Morde bleiben unerkannt

Hohe Dunkelziffer

Rechtsmediziner: Unzählige Morde bleiben unerkannt

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    <p>ARCHIV - Der Gerichtsmediziner Wolfgang Eisenmenger steht im Institut für Rechtsmedizin der Universität München (Oberbayern) hinter einem stählernen Seziertisch (Archivfoto vom 18.02.2009). Am Donnerstag (11.10.2012) findet in München (Bayern) eine Gesprächsrunde zum Thema "Der perfekte Mord - ist er auf Grund von Kostendruck inzwischen möglich?" statt. Foto: Bernd Wüstneck/dpa (zu dpa-KORR vom 11.10.2012) +++(c) dpa - Bildfunk+++</p>
    <p>ARCHIV - Der Gerichtsmediziner Wolfgang Eisenmenger steht im Institut für Rechtsmedizin der Universität München (Oberbayern) hinter einem stählernen Seziertisch (Archivfoto vom 18.02.2009). Am Donnerstag (11.10.2012) findet in München (Bayern) eine Gesprächsrunde zum Thema "Der perfekte Mord - ist er auf Grund von Kostendruck inzwischen möglich?" statt. Foto: Bernd Wüstneck/dpa (zu dpa-KORR vom 11.10.2012) +++(c) dpa - Bildfunk+++</p> Foto: Peter Kneffel

    "In Deutschland bleiben jährlich mindestens 1200 Tötungsdelikte unentdeckt", sagte der Münchner Rechtsmediziner Wolfgang Eisenmenger am Donnerstag bei einer Vortragsveranstaltung zum Thema "Geheimnisse der Rechtsmedizin - Aufgedeckt!". Die zentrale Frage hier lautete: "Der perfekte Mord - ist er aufgrund von Kostendruck inzwischen möglich?" Etwa 500 Morde würden jedes Jahr in Deutschland entdeckt.

    Die Dunkelziffer dürfe inzwischen sogar noch höher liegen, sagte Eisenmenger, denn die Schätzung stamme aus dem Jahr 1997 und seitdem werde in Deutschland noch seltener obduziert als damals. "Da kann man vermuten, dass es noch schlimmer geworden ist." Vor fünf Jahren seien noch in drei Prozent aller Todesfälle Sektionen vorgenommen worden, heute nur noch bei etwa einem Prozent.

    Auch der Leiter des Münchner Kommissariats Todesermittlungen, Harald Rohnfelder, ging von einer Dunkelziffer für Mord- und Totschlagsopfer aus. Auf eine Zahl legte er sich aber nicht fest.

    Eisenmenger vermutet auch finanzielle Gründe hinter dieser Entwicklung. Eine gerichtlich angeordnete Sektion koste die Staatsanwaltschaft 195 Euro pro sezierendem Arzt.

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