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Polizist mit schweren Granitsteinen beworfen

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Polizist mit schweren Granitsteinen beworfen

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    München (ddp). Drei jugendliche Hausbesetzer haben einen Polizisten mit bis zu zwei Kilogramm schweren Granitsteinen beworfen. Jetzt wurden sie wegen versuchten Totschlags vom Landgericht München zu jeweils fünf Jahren Gefängnis verurteilt.

    Die zwei Männer im Alter von 18 und 20 Jahren sowie die 17-jährige junge Frau hatten im Juni vergangenen Jahres ein leerstehendes Gebäude mit rund zwei Meter hohen Barrikaden aus Müllcontainern, Einkaufswagen, Reifen und Brettern abgesichert und die zur Räumung angerückten Polizisten mit Pflastersteinen beworfen, so die Polizei.

    Ein Polizist war bei dem Einsatz von einer Mauer gestürzt und am Boden liegen geblieben. Dennoch bewarfen ihn die Hausbesetzer weiter mit den bis zu zwei Kilogramm schweren Granitsteinen. Für die Angeklagten sei erkennbar gewesen, dass der Beamte ihnen nichts habe tun können, sagte die Vorsitzende Richterin Rosi Datzmann. Nach mehrmaligem Begutachten des Videomaterials sei der Tatbestand "nicht anders zu bewerten als versuchter Totschlag". Der Beamte erlitt durch den Sturz und die Steinwürfe einen Brustwirbelbruch. Drei weitere Polizisten wurden bei dem Einsatz leicht verletzt.

    Die Angeklagten hatten angegeben, bei der Räumungsaktion der Polizei selbst in Panik geraten zu sein. Alle drei hatten während des Verfahrens gestanden und sich bei dem schwer verletzten Ordnungshüter entschuldigt. Zudem haben die Jugendlichen dem Opfer Schmerzensgeld bezahlt. Nach Ansicht des Gerichts war es den Angeklagten um die Konfrontation mit den Beamten gegangen. Sie hätten sich vier Tage lang auf die Räumung vorbereitet. Ob der Einsatz der Polizei verhältnismäßig war, wollten die Richter nicht kommentieren.

    Gegen Ende der Urteilsverkündung ließ die Vorsitzende den Saal räumen, nachdem es zu Tumulten im Zuschauerraum gekommen war. Die Zuhörer waren empört über Äußerungen von Datzmann bezüglich des Alkohol- und Drogenkonsums der Jugendlichen. Man müsse auch mal morgens in den Spiegel schauen können, ohne dass einem gleich schlecht werde, hatte die Richterin zuvor gesagt.

    Während ihrer Haftstrafe sollen die beiden Männer eine Ausbildung machen und die junge Frau ihre Schulausbildung nachholen. Die Vorsitzende sagte zu den Jugendlichen: "Dieses Verfahren ist Eure letzte Chance."

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