Das Wetter spielt im Winter 2013/2014 schon länger verrückt. Nun kommt noch ein weiteres Wetterereignis hinzu. Wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) mitteilt, konnte am Mittwoch über Bayern teils ein recht seltenes Phänomen beobachtet werden: Saharastaub.
Worum handelt es sich bei dem Phänomen? Die wichtigsten Antworten im Überblick.
Was ist Saharastaub?
In der Sahara werden Sandpartikel vom Wind aufgeweht. Diese 0,1 bis 10 Mikrometer großen Teilchen gelangen in die Atmosphäre und fliegen in höheren Luftschichten Tausende Kilometer mit. Dort, wo Niederschlagsgebiete entstehen und es in der Folge regnet, haften sich die Sandpartikel an die Regentropfen an und fallen zu Boden.
Wie entsteht Saharastaub?
Dafür dass Saharastaub entsteht, bedarf es zweier Voraussetzungen, erklärt DWD-Sprecher und Diplom-Meteorologe Andreas Friedrich. Zum einen muss in der Sahara viel Wind herrschen, damit die Sandpartikel in die Atmosphäre gelangen können. "Das ist die Grundvoraussetzung Nummer eins", so Friedrich.
Aufsteigende Luftbewegungen befördern den Sand dann in Höhen von fünf bis sieben Kilometern, sodass dieser über größere Entfernungen verbreitet wird. Damit es in Deutschland Saharastaub abregnet, muss dort ein Niederschlagsgebiet bestehen - das ist die zweite Bedingung.
Wie oft ereignet sich dieses Phänomen?
Dass Saharastaub abregnet, geschieht laut Friedrich im Allgemeinen "alle paar Monate". In Deutschland dagegen ist Saharastaub nur selten zu sehen. Nach Angaben von DWD-Sprecher Friedrich nur ein bis zweimal im Jahr. Meist handelt es sich dabei um einen einmaligen Effekt. Wenn die Staubpartikel einmal abgeregnet sind, ist kein Staub mehr in der Luft.
Für Deutschland sind keine negativen Folgen bekannt - anders als anderswo
Kann man den Saharastaub sehen?
Ja. Ist Saharastaub in der Luft, verfärbt sich der Himmel gelblich-milchlich. Die Sicht ist eingetrübt. Besonders bei Sonnenauf- und -untergang sei eine gelbliche Färbung zu erkennen, so Meteorologe Friedrich. Regnet es, bildet sich auf dem Boden wie auf Autos eine rötliche Schicht.
Auf seiner Youtube-Seite hat der Deutsche Wetterdienst übrigens ein Video eingestellt. Es zeigt eine Staubwolke, die 2004 am Hohenpeißenberg (Landkreis Weilheim-Schongau) vorbeizieht.
Welche Auswirkungen hat Saharastaub auf Mensch und Natur?
"Bei uns hat der Saharastaub nicht unbedingt Auswirkungen", sagt DWD-Sprecher Friedrich. Ganz anders dagegen in anderen Teilen der Welt: In Südamerika düngt der Saharastaub beispielsweise den Urwald - was äußerst nützlich ist.
Ganz andere Konsequenzen hat das Wetterphänomen hingegen in der afrikanischen Sahel-Zone, die naturgemäß weit näher an der Sahara-Wüste liegt. Hier könnten durch den Staub Keime übertragen werden, so Friedrich.
Für Deutschland seien hingegen keine negativen Auswirkungen bekannt, beruhigt der DWD-Sprecher. Hier betreffe der Saharastaub vor allem Autofahrer und Fotografen. Erstere müssten in die Waschstraße fahren - und letztere hätten die Chance, ein paar ungewöhnliche Aufnahmen zu machen.