Es ist eine gewiefte Masche: Die Betrüger, die sich am Telefon unter einem vermeintlich seriösem Deckmantel bei ihren Opfern melden, gratulieren zum Gewinn eines neuen Autos oder eines hohen Bargeldbetrages. Zur Abwicklung der Übergabe seien vom Gewinner jedoch Auslagen zu erstatten. In der ersten Freude zahlen einige Geschädigte hohe Summen und werden dann mit immer neuen Gebühren konfrontiert, berichtet die Polizei.
Mit Glückwunschblumenstrauß bei der Stange gehalten
So versprachen Telefonbetrüger jüngst einem 55-jährigen Mann aus dem Landkreis Freising insgesamt Gewinne von 300.000 Euro. Der vermeintliche Gewinner transferierte nach Aufforderung in mehreren Tranchen einen niedrigen fünfstelligen Betrag in die Türkei und die Schweiz - um angebliche Steuern, Versicherungsprämien und Abwicklungskosten zu begleichen. Die Betrüger hielten den Geschädigte durch ständige Anrufe zuversichtlich, schickten ihm gar einen Glückwunschblumenstrauß nach Hause. Zu einer Auszahlung des angeblichen Gewinnes kam es jedoch nie.
Hohe Dunkelziffer: Viele Fälle aus Scham nicht angezeigt
Ähnlich erging es weiteren Geschädigten in Ingolstadt sowie in den Landkreisen Ebersberg und Fürstenfeldbruck. Allein im Polizeipräsidium Oberbayern Nord wurden in den vergangenen vier Monaten 20 dieser Betrugsfälle registriert. Der Gesamtschaden beträgt laut den Beamten rund 60.000 Euro. Die Dunkelziffer sei jedoch relativ hoch: Viele Fälle werden meist aus Scham gar nicht erst zur Anzeige gebracht. AZ